10 Gründe, warum du verlierst

Häufig sind es viele Kleinigkeiten und natürlich auch die Würfel, die im Blood Bowl über Sieg und Niederlage entscheiden. Aber es gibt eine Reihe von klassischen Fehlern, die immer wieder auch erfahrenen Coaches unterlaufen und die nicht selten das Match kosten:

1. Du gibst auf

Wenn das Spiel nicht für dich läuft, hast du zwei Möglichkeiten: Du kannst das Spiel verloren geben, dann verlierst du auch ganz sicher. Oder du kannst konzentriert weiterspielen und nach Möglichkeiten suchen, dich im Spiel zu halten für den Fall, dass Nuffle dir doch noch zu Hilfe kommt. Und das passiert öfter, als du denkst.

2. Du kannst keine One Turner

Der One Turn Touchdown gehört zum Standardrepertoire. Wer sich mit ihm nicht beschäftigt, wird Spiele deswegen verlieren. Ich werde dazu demnächst noch einen eigenen Blogeintrag verfassen.

3. Dein Defensive Set-Up passt nicht zum Spielstand

Viele Coaches haben sich eine bestimmte Startaufstellung in der Defence angewöhnt, z.B. das “Schiffchen”, bei dem fünf Spieler vor dem ersten Blitz geschützt werden können. Sind jedoch nur noch wenige Züge (2-3) in einer Halbzeit zu spielen, ist dies fatal, da es dem Gegner Räume bietet, in die er vorstoßen kann, um einen schnellen Touchdown zu erzielen. In einer solchen Spielsituation benötigst du ein breiteres Set-Up, an dem der Gegner nicht so leicht vorbeikommt. Wenn du dafür zu wenig Leute hast, stell etwas tiefer auf, sodass du den Raum blockierst, in den er muss, um in TD-Reichweite zu kommen.

4. Dein Offensive Set-Up berücksichtigt keine Kick-Off-Events

Der nächste Blitz! kommt bestimmt. Normalerweise solltest du dich immer so gut wie möglich dagegen abschirmen, insbesondere gegen Agility Teams. Nur, wenn du bereits im Hintertreffen bist, musst du es vielleicht mal riskieren, den Blitz! zu vernachlässigen. Und auch andere Kick-Off-Events können das Spiel entscheiden. Im T8 solltest du immer so aufstellen, dass du von einem Riot profitieren kannst. Hat der Gegner sich mit 1 Feld Abstand zur LoS aufgestellt, solltest du wenn möglich so aufstellen, dass du bei Quick Snap zusätzliche Blocks bekommst. Und auch Perfect Defence solltest du im Hinterkopf haben.

5. Du hast passive Skills des Gegners übersehen

Immer wieder gut: Du machst den Dodge, und dann hatte der Gegner Diving Tackle oder Shadowing. Du machst den Pass oder Handover, und dann hatte der Gegner Disturbing Presence (oder gar Pass Block)  in Reichweite. Auch Side Step, Stand Firm oder Tentacles zu übersehen, kann fatale Folgen haben. Also aufgepasst!

6. Du hast die Absicherung vernachlässigt

Der Engländer spricht von “Overcommitting”. Du bekommst einen Blitz! oder eine Perfect Defence. Oder der Gegner erleidet einen Turnover. Oder du siehst eine Chance, einen Spieler zu surfen oder den Ballträger zu blitzen. Also wirfst du dein ganzes Team auf diese Gelegenheit, aber der Gegner windet sich irgendwie raus und du bist jetzt völlig nackig. Ein anderes Beispiel ist das langsame Team, das versucht, gegen ein schnelles Team auf der ganzen Breite der Pitch dicht zu machen, und dann kommt doch einer durch und ist dann außer Reichweite. Dafür (oder auch für TTMs) empfiehlt es sich in den meisten Fällen, einen Safety (mit Tackle oder Wrestle) zurückzuhalten. Es geht beim Positionsspiel nicht darum, wo der Ball jetzt ist, sondern darum, wo er nächste und übernächste Runde sein könnte!

7. Du hast dich festgeblockt

In Guides für Anfänger wird erklärt, wie man die Zahl der 2d-Blocks maximiert. Aber es gibt Spielsituationen, in denen genau das tödlich ist, weil dann am Ende nicht genug Spieler übrig sind, um den Ball zu bewegen und/oder abzuschirmen. Ich verwende recht häufig die Taktik, dem Gegner Blocks anzubieten, für die er erst einmal Assists heranschaffen muss, die er sich eigentlich nicht erlauben kann. Wenn er den Köder schluckt und meine Spieler die Blocks überstehen, ist er in Schwierigkeiten.

8. Du hast riskante Optionen zu schnell verworfen

Anfängern wird auch eingebläut, auf riskanten Unsinn zu verzichten und solide zu spielen, Risiken zu minimieren, etc. Was wir den Anfängern nicht erzählen, weil es sie nur verwirren würde, ist, dass der -2d Block zum Standardrepertoire gehört. Gleiches gilt für den 4+ oder sogar 5+ Wurf. Es kommt eben immer auf die Position und den Spielstand an. Eine weitere Option, die oft vergessen wird, ist der Punt (Pass in ein leeres Feld).

9. Du wurdest im Sideline Cage gesurft

Ein klassischer Sideline Cage mit drei Spielern ist ohne Side Step (oder Stand Firm) eine äußerst riskante Sache. Selbst mit Guard- oder Stärke-Vorteil kannst du leicht mit einem -2d Block gesurft werden. Der Elf macht den 5+ Dodge (sh. Punkt 8), der Stunty kann es sogar mit einem 3+ Dodge. Von Vampiren will ich gar nicht anfangen. Und selbst, wenn du das Feld direkt senkrecht zu deinem Ballträger besetzt hast, gibt es zumindest mit Leap, Stunty oder eben Hypnotic Gaze immer noch gute Möglichkeiten, den Ballträger zu surfen.

10. Du wählst immer “Receive”

Viele Coaches wählen grundsätzlich, wenn sie den Coin Toss gewinnen, den Kick-Off zu empfangen. Die Logik ist, dass es von Vorteil sei, als erster die LoS Blocks zu haben. Dies ist jedoch weit weniger zwingend, als du vielleicht denkst. Elfen und Skaven brauchen weniger Leute, um zu scoren, als um zu verteidigen. Außerdem brauchen sie, falls die Verteidigung nicht gelingt, so viele Leute wie möglich für den One Turner. Khemri haben Probleme in der Offence, für sie ist es leichter, den Gegner zu dezimieren, wenn sie sich nicht um den Ball sorgen müssen. Vampire und Slann sind gut darin, den Ball abzujagen, aber weniger gut darin, ihn zu halten. Für all diese Teams kann es von Vorteil sein, zu kicken, wenn sie die Wahl haben. Und also kann es auch für jeden, der gegen diese Teams spielt, von Vorteil sein, selbst zu kicken und ihnen das Spiel aufzuzwingen, das sie nicht haben wollen.

Turniere am Brett in der NAF

Man kann Blood Bowl heute sehr gut online spielen, aber am Brett ist es immer noch am Schönsten. Wer sich dabei national und international mit den besten der Zunft messen will, der muss zu den NAF-Turnieren. Die NAF gehört nicht Games Workshop, sondern wird von Fans organisiert, und sie setzt Maßstäbe. Hier findet man die größten TableTop-Turniere und die stärksten Spieler.

Um an einem NAF-Turnier teilnehmen zu können, muss man NAF-Mitglied sein. Der Mitgliedsbeitrag beträgt 5 Euro pro Jahr. Die Teilnahmegebühr des Turniers ist darin nicht enthalten, diese wird vom Veranstalter festgelegt. Der HammaBowl, ein mittelgroßes lokales Turnier hier in Hamburg, kostet z.B. 20 Euro, der DungeonBowl in Düsseldorf, das deutsche “Major”, 60 Euro, worin 2x Mittagessen enthalten ist.

Das Besondere an den Turnieren ist das Format: Instant Resurrection. Das bedeutet, die Teams werden nach jedem Spiel zurückgesetzt. Dies sorgt für maximale Chancengleichheit; wer in einem frühen Spiel Verletzungspech hat, wird nicht direkt aus dem gesamten Wettbewerb gekegelt. Üblicherweise stehen 1100k für den Kauf des Rosters zur Verfügung, und es können je nach lokalem Regelwerk eine Reihe von Skills verteilt werden. Manchmal kommen am zweiten Tag noch weitere Skills hinzu. Die Rosters und Skills müssen vor dem Turnier festgelegt werden.

Dieses Format bringt es mit sich, dass einige Rassen viel stärker sind als andere. Um dem entgegenzuwirken, sind die Rassen üblicherweise in Tiers unterteilt, wobei die unteren Tiers zusätzliche Skills und/oder Doubles und/oder mehr Gold und/oder Zugriff auf Inducements und Star Players erhalten. Trotzdem ist Tier 1 in der Regel am Stärksten, und innerhalb des Tier 1 haben sich vier Rassen statistisch als die effektivsten herauskristallisiert: Waldelfen, Untote, Echsenmenschen und Dunkelelfen. Diese wird man auf Turnieren überproportional antreffen, wobei es wohl auch unterschiedliche “Metas” von Land zu Land gibt (und natürlich auch immer ein paar Verrückte, die mit Stunties antreten).

Für eine Partie werden üblicherweise 2:15 h veranschlagt, was ein gewisses Spieltempo voraussetzt. Bei den meisten Turnieren werden 3 Partien pro Tag gespielt. Damit jeder Teilnehmer die volle Anzahl an Matches spielen kann, werden die Turniere im Schweizer System durchgeführt, d.h. nach der ersten Runde wird eine Tabelle aufgestellt, und nun spielt der erste gegen den zweiten, der dritte gegen den vierten usw. Dies wird jede Runde wiederholt, wobei allerdings niemand zweimal gegen denselben Gegner spielt. Wer dann am Ende oben steht, hat theoretisch gegen die stärksten Gegner bestanden. Üblich ist, dass auch die Tische entsprechend nummeriert sind, d.h. die Führenden spielen an Tisch 1, die dahinter an Tisch 2, usw. Normalerweise tritt jeder Coach für sich an, es gibt aber auch Teamwettbewerbe wie z.B. den German Team Bowl, in denen Squads aus mehreren Coaches gegeneinander antreten. Dabei darf jede Rasse pro Squad nur einmal vertreten sein.

Die Ergebnisse werden in die Datenbank der NAF-Seite aufgenommen, wo man sich auf der Coach Page eines Mitglieds dessen Turnierergebnisse und Rankings mit den verschiedenen Rassen ansehen kann. Neben klassischem Blood Bowl werden in der Datenbank auch Turniere in Dungeonbowl, Deathbowl, Sevens, Streetbowl und Online geführt. Die Rankings sind ebenfalls nach diesen Kategorien getrennt und lassen sich u.A. nach Nationen filtern. Leider ist die Seite recht langsam, aber es macht schon viel Spaß, hier zu stöbern.

Das größte Ereignis des NAF-Kalenders ist der World Cup, der alle vier Jahre ausgetragen wird, wobei das Gastgeberland wechselt. Das Turnier geht über drei Tage / neun Spiele und ist ein Teamwettbewerb mit 6-köpfigen Squads. Der letzte World Cup fand 2015 in Lucca (Italien) mit knapp 1000 Teilnehmern statt. Die Gastgeber waren auch die Sieger in Gestalt des Teams “Masters of Tilea”. Der nächste World Cup wird vom 3. bis 6. Oktober 2019 in Dornbirn (Österreich) ausgetragen. Eine Qualifikation ist nicht erforderlich, die Anmeldung steht jedem offen.

In Jahren, in denen kein World Cup stattfindet, haben wir den Eurobowl. Anders als beim World Cup gibt es beim Eurobowl tatsächlich Nationalmannschaften, d.h. es gibt ein offizielles Team Deutschland (Spitzname: “Ze Germans” oder “die Mannschaft”). Es handelt sich um 8-köpfige Squads, die jeweils in nationalen Auswahlverfahren bestimmt werden. Für alle, die nicht in den Kader kommen und trotzdem hinfahren wollen, findet parallel das EurOpen statt. Der diesjährige Eurobowl war in Cardiff (Wales). 22 Nationen traten an, Rekordmeister England siegte, Deutschland belegte in einem engen Feld den 10. Platz. Nächstes Jahr wird es wegen des World Cups keinen Eurobowl geben. 2020 ist Polen das Gastgeberland.

Ich habe bislang vier NAF-Online-Turniere (auf Fumbbl) und zwei “richtige” NAF-Turniere gespielt. Die Intensität von sechs Spielen in zwei Tagen, am Brett, Auge in Auge mit dem Gegner, ist noch mal eine ganz andere als online. Und das Coaching-Niveau an den vorderen Tischen ist durchaus nicht zu verachten. Ganz davon abgesehen, dass es einfach cool ist und sehr viel Spaß macht, all diese Blood-Bowl-Verrückten zu treffen. Ich kenne eine Reihe von Coaches, die sich nach längerer Online-Karriere in die TableTop-Welt hinaus gewagt haben, und alle von ihnen, mich eingeschlossen, waren sofort angefixt. Ich kann es jedem nur empfehlen!

Fumbbl Blackbox Trophy

Heute möchte ich über ein besonderes Blood-Bowl-Event berichten, das im Oktober in die zweite Saison geht: die Fumbbl Blackbox Trophy. Fumbbl ist bekanntlich eine Website, über die man kostenlos mit einem Java Client Blood Bowl spielen kann. Die Seite ist altbacken und unübersichtlich, verfügt aber über sehr viele Optionen, die größte Community dieser Art im Netz, und in den Ranked Divisions ein sehr hohes Coaching-Niveau. Es gibt vermutlich nirgends sonst so viele unterschiedliche Möglichkeiten, sich mit anderen Blood Bowlern zu messen:

  • Coach Rating ist ein Elo-Rating, das alle Spiele in den Ranked Divisions (Ranked und Blackbox) wertet, sozusagen eine Formkurve.
  • Die Official Tournaments sind eine Reihe von K.O.-Turnieren mit unterschiedlichen Zugangsvoraussetzungen und Preisen. Trophäen werden auf dem Coach-Profil vermerkt.
  • SR Ranking ist ein inoffizielles Ranking der Turnierspieler, das sich an der ATP-Weltrangliste orientiert.
  • Die NAF Online Tournaments sind eine Kooperation mit der weltgrößten Tabletop-Blood-Bowl-Organisation, der NAF. Die Turniere verwenden die Regelwerke ausgewählter Table-Top-Events. Für NAF-Mitglieder wird ein NAF-Online-Ranking nachgehalten.
  • Hinzu kommen zahlreiche Ligen, die jeder selbst organisieren kann, einige von ihnen groß und traditionsreich. Hier gibt es besonders viele Optionen (verschiedenen Varianten der Regeln oder auch Custom Rosters wie Secret League).

Aber der wohl härteste Wettbewerb, der momentan auf Fumbbl existiert, ist die Blackbox Trophy. Blackbox ist eine der beiden Ranked Divisions auf Fumbbl. Sie zeichnet sich durch zufallsbasiertes Matchmaking aus: Im Viertelstundentakt können Teams aktiviert werden, diese werden dann anderen Teams mit möglichst gleichem Team Value zugelost. Der Vorteil ist, dass es kein Cherrypicking gibt wie in Ranked, jeder muss auch gegen die härtesten Gegner ran. Der Nachteil ist, dass es ein Übergewicht an bashigen Rassen gibt (insb. Chaos, Nurgle, Chaos Dwarf, Dwarf, Orc) und dass Partien nur zustande kommen, wenn mindestens vier Coaches zur gleichen Zeit aktivieren.

Vor gut einem Jahr drohte die Blackbox die kritische Masse an Coaches zu verlieren. Ein User, der sich JakeSteel nannte, schlug daher die Trophy vor (seinerzeit Steel Gauntlet genannt): Jeder Teilnehmer erstellt fünf Rookie-Teams. Die verfügbaren Roster richten sich nach einem Punktesystem, das die Coaches zwingt, auch schwächere oder weichere Rosters zu wählen. Fumbbl griff die Idee von offizieller Seite auf und implementierte sie auf der Seite. Die Sache wurde ein voller Erfolg, und manche behaupten, sie hätte die Blackbox gerettet. Zu den amüsanten Randnotizen gehört, dass JakeSteel selbst spurlos verschwand und nie ein einziges Spiel in der Trophy spielte.

Die erste Saison begann im Oktober 2017 und endet am 30. September 2018, der Wettbewerb läuft also ein volles Jahr. Innerhalb dieses Jahres waren 200 (!) Spiele zu machen, 40 mit jedem der fünf Teams. Ein Teamwechsel war ausgeschlossen, egal wie viel Prügel das Team bezog. Um zu gewinnen, musste man also nicht nur jedes Spiel auf Sieg spielen, sondern dabei auch noch das Team entwickeln, und das in der Blackbox. Eine wahre Herkulesaufgabe.

Auf der Trophy-Seite sind die Punktestände aufgeführt. Der französische Tabletop-Crack fxiii liegt nach 200 Spielen auf Platz 1, mit einer Siegesquote von unfassbaren 75 % (zur Erinnerung: mit lauter Tier-2-Rosters). Der amerikanische Fumbbl-Held happygrue schien lange ein ernsthafter Konkurrent, nach einer schlechten Serie mit seinen Slann hat er jetzt, nach 189 Spielen, aber nur noch Chancen auf Platz 2. Insgesamt finden sich an der Spitze einige der besten Blood-Bowl-Coaches der Welt. Für Normalsterbliche wie dich und mich geht es da wohl eher ums Dabeisein und um eine respektable Platzierung, als um den Sieg. Aber hey, du läufst ja einen Marathon auch nicht, weil du denkst, dass du Erster wirst.

Die zweite Saison startet im Oktober. Das Regelwerk wird leicht modifiziert werden, wir warten noch auf die endgültige Ankündigung. Es sieht aber danach aus, dass die Zahl der Spiele von 200 auf irgendwas zwischen 120 und 150 reduziert wird. Wer sich also für einen brauchbaren Coach hält und auf der Suche nach einer echten Herausforderung ist: auf geht’s! Ich habe die erste Saison verpasst, aber diesmal bin ich am Start.

Vom Rookie zur Legende

Du bist Anfänger oder schlecht in Blood Bowl und möchtest das ändern? Sei gewarnt! Leicht wird das nicht. Du wirst eine Menge Blut, Schweiß und Tränen vergießen müssen. Dazu bist du bereit? Dann komm näher. Viele Wege führen nach Altdorf, dies ist der kürzeste, den ich kenne.

1. Registriere dich auf Fumbbl

Du wirst viel trainieren müssen, und online geht das schneller und einfacher als am Brett. Fumbbl ist kostenlos, der Client ist gut sortiert und nahezu bugfrei, und das Coaching-Niveau ist hoch. Die Seite ist etwas unübersichtlich und altbacken, und du brauchst Java, aber irgendwas ist ja immer. Lies dir die Site Rules durch, die meinen das ernst. Natürlich ist das alles auf Englisch, was dachtest du denn?

2. Lerne die Spielregeln und den Umgang mit dem Client

Hierfür erstellst du dir am besten ein Team in der League-Division. Aber keines von den vielen Custom Rosters, sondern ein offizielles Roster, bitteschön! Spiele entweder mit einem Freund, oder im 145 Club, bis du dich mit dem Client und den Spielregeln vertraut gemacht und keine Probleme mehr hast, das Turn-Time-Limit von 4 Minuten einzuhalten.

3. Fang an zu lesen

Für den Anfang: lies The Taouch of Blood Bowl und den Klassiker The Art of Blocking. Studiere sie, bis du sie verinnerlicht hast und wende sie in deinen Matches an, so gut du kannst.

4. Spring ins tiefe Wasser

Wähle für den Anfang 1 oder 2 Roster. Untote und Orcs sind hervorragend geeignet, aber letztendlich solltest du ein Team wählen, das dir gefällt. Vielleicht nicht gerade Slann, Vampire, Goblins, Halblinge oder Oger, die sind doch eher für Fortgeschrittene. Und dann: Auf geht’s in die Competitive Divisions! Fumbbl hat derer zwei, die jeweils ein eigenes Coach Ranking haben, und dazu gibt es noch ein kombiniertes Ranking. In Ranked suchst du dir deine Gegner über den Gamefinder. In Blackbox aktivierst du deine Teams im viertelstündlichen Draw und bekommst deinen Gegner zufällig zugewiesen. In beiden Fällen musst du ggf. etwas Geduld mitbringen.

  • Für beide Divisionen spielt das Team Value eine große Rolle beim Matchmaking, sodass man darauf achten sollte, dieses nicht unnötig aufzublähen.
  • In Ranked ist man entweder die Cherry oder der Cherrypicker, lass dir keine zu unfairen Match-Ups aufdrängen, aber nutze die Chance, gegen gute Coaches zu spielen. Auch wenn du verlierst, dabei lernst du am meisten.
  • In Blackbox wirst du überproportional viele Basher und Min-Maxer antreffen, also solltest du für den Anfang ein Team wählen, das sich zu wehren weiß.

5. Studiere gezielt ein Roster

Nachdem du ein paar Spiele in R oder B auf dem Buckel hast, entscheide dich für ein Roster, mit dem du beginnen möchtest. Es gibt eine Menge Strategy Guides für die einzelnen Roster, leider sind nicht alle gleich gut, aber auf bbtactics.com findet sich eine recht ordentliche Sammlung. Auch Fumbbl selbst hat zu allen offiziellen Rassen etwas in der Help Section, wichtiger ist jedoch, auf Fumbbl kannst du von den Besten lernen. Schau dir die Top List für das Roster deiner Wahl an, dort findest du die erfolgreichsten Coaches. Packe ein paar in deine Friend List, und wenn du dann später auf Current Games gehst, siehst du sie blau unterlegt und kannst speccen, wenn sie spielen. Ebenso kannst du dir ihre Teams ansehen, kannst vergleichen, wie sie die Teams entwickeln, und hast Zugriff auf die Replays ihrer Matches. Replays schauen geht schnell, und es hilft dir, ein Gefühl für die Spielanlage und die Positionen zu bekommen. Speccen dauert länger, aber du denkst intensiver über die einzelnen Züge nach und kannst parallel überlegen, was du selber machen würdest. Während der großen Turniere hast du auch die Chance auf erhellende Kommentare der anderen Zuschauer (aber Vorsicht: nicht jeder weiß, wovon er redet).

Nachdem du ein Roster verstanden hast, nimm dir das nächste vor. Du musst sicherlich nicht alle 24 Roster selbst spielen, aber eine gewisse Palette solltest du schon abdecken. Mindestens ein Team mit AG4, mindestens eins mit AG2, ein schnelles, ein langsames, eins mit Regeneration, eins mit Mutationen, eins mit Frenzy. Wenn du merkst, dass du gegen ein bestimmtes Roster besonders häufig verlierst und einfach kein Rezept dagegen findest – spiele es selbst! So lernst du seine Schwächen am besten kennen.

6. Spiele viel, und analysiere deine Fehler

Und wenn ich viel sage, meine ich viiiel. Erster Meilenstein sind 100 Spiele, doch bis du ernstlich gut bist, wird es vermutlich noch länger dauern. Tausende von Spielen, wie sie einige auf Fumbbl haben, braucht es aber nicht: du kannst effizient sein, indem du versuchst, dich von Spiel zu Spiel zu verbessern, statt die gleichen Fehler endlos zu wiederholen. Auch dazu kannst du die Funktionalität von Fumbbl nutzen: Schau dir nach jedem, einzelnen, verdammten, Spiel dein Replay an. Und pausiere es bei dem Zug, wo es für dich schief lief. Überlege, warum es schief gelaufen ist, und wie du es hättest besser machen können. Du kannst nicht alles auf einmal lernen: Nimm dir immer eine konkrete Sache zur Zeit vor, die du besser machen willst. Anfangs werden es einfache Dinge sein, wie, deine besten Spieler nicht in die erste Reihe zu stellen, oder dich nicht Surfen zu lassen. Später kann es dann um subtilere Dinge gehen, wie, gegnerische Chainpush-Möglichkeiten vorauszusehen und zu verhindern.

7. Such dir Wettbewerbe, die dich motivieren

Auf Fumbbl gibt es eine Reihe von verschiedenen Wettbewerben, und daran teilzunehmen und erste Erfolge zu erzielen, kann zu gegebener Zeit eine dringend benötigte Motivationsspritze sein. Außerdem spielt man noch mal anders, wenn es “um was geht”. Die offiziellen Turniere sind für Teams aus Ranked und Blackbox, in der Regel K.O.-Formate mit Overtime. Die NAF Online Tournaments entsprechen dem Format der typischen Table-Top-Turniere, also non-progression / instant resurrection, und Swiss-Format. In beiden ist die Konkurrenz hart, aber so soll es ja auch sein. Wenn du lieber eine fortlaufende Liga hättest, gibt es in der League-Division einige mit anständigem Niveau, besonders sei auf die deutschsprachige D-A-CH hingewiesen.Und, auch wenn online praktisch ist, am meisten Spaß macht Blood Bowl immer noch am Brett. Wenn also ein NAF-Turnier in deiner Nähe stattfindet, nichts wie hin!

8. Tausche dich mit anderen Coaches aus

Die meisten Coaches auf Fumbbl sind nett und hilfsbereit, Ausnahmen bestätigen die Regel. Du kannst während des Spiels chatten – nutze das, dann macht es auch mehr Spaß. Ebenso kannst du im Forum posten, oder dich per PN mit anderen Coaches austauschen. Sei freundlich und offen, dann wirst du auch leichter Spiele in Ranked finden. Außerdem ist der Dialog mit anderen gut für die Motivation und das Spielverständnis. Möglicherweise kannst du sogar die Academy in Anspruch nehmen, sie existiert offiziell noch, die Gruppenseite ist allerdings veraltet und einige der “Instructors” sind schon lange nicht mehr aktiv.

9. Verbessere gezielt dein Spielverständnis

Blood Bowl ist ein komplexes Spiel mit einer hohen taktischen Tiefe. Es lässt sich nicht auf einmal erfassen, daher musst du abschichten, und dabei immer weiter spielen, spielen, spielen.

Erster Schritt: Skills und Teamentwicklung

Wenn dein Team schlecht zusammengestellt oder schlecht geskillt ist, kämpfst du mit stumpfen Waffen, also lerne, wie ein guter Build aussieht. Auf Fumbbl ist dies durch Nachahmung schnell zu machen. Du kannst dir auch jederzeit Rat im Forum holen, solltest allerdings darauf achten, von wem der Rat kommt. Versuche nicht originell zu sein, versuche effektiv zu sein. Block oder Wrestle, Tackle, Dodge, Guard, Mighty Blow. Im Zweifel den Big Guy weglassen. Je weiter du die nächsten Schritte meisters, desto mehr wirst du dann in der Lage sein, deine Team-Building-Strategie zu verfeinern und zu individualisieren.

Zweiter Schritt: Wahrscheinlichkeiten und Zug-Optimierung

Du wirst nicht umhin kommen, die Erfolgswahrscheinlichkeiten deiner Züge zu berechnen, oder zumindest einigermaßen gut abzuschätzen. Während des Spiels fehlt dir die Zeit, also musst du dich vorher damit befassen, ob anhand von Replays oder abstrakten Beispielen. Zum Glück gibt es ein ganz hervorragendes Tool, das dir dabei helfen kann. Wenn du es oft genug benutzt hast, wirst du irgendwann das nötige Bauchgefühl entwickeln. Mit diesem gewappnet, kannst du daran gehen, deine Züge zu optimieren, die Reihenfolge deiner Aktionen so zu wählen, dass die Chance eines Turnovers minimiert und die Ausbeute maximiert wird. Und du kannst Special Plays lernen, insbesondere den unverzichtbaren One Turner.

Dritter Schritt: Positioning und Risk-Reward-Ratio

Positioning hat sehr viel damit zu tun, den nächsten Zug deines Gegners zu antizipieren und die Pitch zu kontrollieren. Es bedeutet aber auch, eine Position lesen zu können und die einzelnen Wahrscheinlichkeiten daher in ein Gesamtbild einzuordnen. Dies ist der schwerste Schritt, die größte Hürde. Jeder Coach hat damit eine Weile zu kämpfen. Vor allem, nachdem er den zweiten Schritt gemeistert hat. Denn wer den zweiten Schritt gemeistert hat, der weiß bereits, dass er Risiken vermeiden sollte. Aber er hat noch kein Konzept, das darüber hinausgeht, und daher werden seine Ergebnisse für eine Weile sogar schlechter als vorher sein. Ihm fehlt noch das Gefühl dafür, wann die Position ein Risiko erfordert bzw. ermöglicht. Den Zug mit einem 1d-Block zu beginnen, weil man sonst Gefahr läuft, sich festzublocken. Den 5+ Dodge zu wagen, weil bei einem Erfolg (immerhin grob 50/50 Chance mit Reroll) eine gute Möglichkeit besteht, den Ball zu erobern, und ein Misserfolg die eigene Position nicht allzu sehr schwächt. Hier ist Erfahrung durch nichts zu ersetzen, und man lernt es nicht, indem man gegen schwache Gegner spielt. Also immer ran an die Super Stars und Legends! Und wenn man sie nett fragt, geben viele von ihnen auch bereitwillig Tipps.

Vierter Schritt: Game Plan

Wenn man es geschafft hat, einen einzelnen Zug (halbwegs) im Griff zu haben, dann ist der nächste und letzte Schritt, das gesamte Match im Griff zu haben. Also wo will ich in drei Zügen sein, wo will der Gegner sein, wo will der Gegner mich hin haben, wo will ich ihn hin haben und wie stelle ich das an? Wann will ich scoren? Sollte ich versuchen, seinen Score zu verhindern, zu forcieren, oder sollte ich beides für diesen Drive vergessen und einfach nur mein Team retten bzw. seins kaputt machen? Natürlich macht man sich über solche Dinge von Anfang an Gedanken, aber in dem Moment, wo man den dritten Schritt gemeistert hat, ist man erst in der Lage, seine Strategie, den Game Plan, im eigenen Zug wirklich umzusetzen, und die Position so zu lesen, dass man weiß, wann der Game Plan geändert werden muss. Wenn du an diesem Punkt bist, kannst du von der Erkenntnis, dass es ein Match mit Overtime ist, oder dass dir ein Unentschieden reicht, dem Gegner aber nicht, ernsthaft sinnvoll eine taktische Entscheidung im dritten Zug der ersten Hälfte ableiten. Glückwunsch! Du kannst jetzt vernünftig Blood Bowl spielen.

Blood Bowl Faustregeln

Diese Faustregeln sind vor allem als Hilfestellung für Anfänger gedacht. Ganz falsch liegst du jedenfalls nicht, wenn du dich nach ihnen richtest. Doch jeder halbwegs brauchbare Coach weiß, dass es von jeder dieser Regeln reichlich Ausnahmen gibt. Also: Mit Vorsicht genießen!

Timing

  • Versuche, in deinem eigenen Drive im 8. Zug den Touchdown zu machen.
  • Wenn du den gegnerischen Touchdown nicht mehr verhindern kannst, versuche, ihn zu beschleunigen.

Position

  • Lass alle aufstehen und schirme den Ball ab, bevor du irgendwas würfelst.
  • Wenn du kickst, stell deine 3 billigsten Spieler an die Line of Scrimmage und alle anderen mit mindestens 2 Feldern Abstand.
  • Stell dich niemals an die Seitenlinie (und pass auf Frenzy auf).
  • Decke wenn möglich gegnerische Spieler, die am Boden liegen (aber pass auf Jump Up auf).
  • Achte darauf, in deinem 7. Zug immer einen Spieler in Touchdown-Reichweite zu haben.
  • Der beste Screen ist ein doppelter Screen mit 2 Feldern Abstand zwischen den Spielern.
  • Der Ballträger gehört in einen Cage, 3×3 Felder, 4 Spieler 4 Ecken, sobald ein Risiko besteht, dass der Gegner in die Nähe kommen könnte.
  • Nach deinem Score im 8. Zug: Stelle 3 billige Spieler an die Line of Scrimmage, mit jeweils 2 freien Feldern dazwischen. Stell die anderen Spieler in eine Reihe, 1 Feld Abstand zu deiner Endzone, gleichmäßig über die ganze Breite verteilt.

Blocken und Würfeln

  • Vermeide 1d-Blocks und Würfe auf 3+ (oder Schlimmeres). Wenn du sie machst, dann immer am Ende deines Zuges.
  • Blocke zuerst mit Spielern, die Block oder Wrestle haben, und danach mit den anderen.
  • Rücke nicht nach, wenn du dadurch neben einem gegnerischen Spieler landest, der dich in seinem Zug blocken kann.
  • Blitze mit deinem härtesten Hitter auf das verwundbarste Ziel.

Im Zweifel…

  • …den Go For It bleiben lassen.
  • …noch abwarten.
  • …den Reroll nicht nehmen.
  • …den Spieler nicht auf den Ball schubsen.
  • …den Big Guy nicht benutzen, sondern einfach stehen lassen.
  • …den 3+ Dodge bleiben lassen.
  • …den Side Stepper nicht blocken/blitzen.
  • …im 8. Zug keine Star Player Points farmen, sondern einfach den Punkt machen.
  • …den Go For It bleiben lassen.

Wenn du…

  • …einen Kicker hast, kicke tief gegen langsame Teams, flach gegen schnelle Teams. Sind nur noch 1-2 Züge übrig, kicke immer tief. Und denk dran, den Kicker nicht in die Wide Zone zu stellen.
  • …keinen Kicker hast, kicke immer mittig.
  • …mit einem Big Guy blockst, mach einen 3d-Block draus.
  • …beim Gegner eine Kettensäge siehst: Hau sie um.
  • …beim Gegner einen Bomber siehst: Nimm ihn in Manndeckung.
  • …beim Gegner einen Spieler mit Sprint und MA10 siehst: Töte ihn um jeden Preis!