NAF World Cup 2019: Match Reports

Vom Event selber hatte ich im vorigen Eintrag ja bereits berichtet, ich wollte dann aber doch noch etwas zu den einzelnen Spielen schreiben, denn was zählt, ist schließlich immer noch aufm Brett. Ich war mit Waldelfen angetreten und hatte keine Experimente gewagt: Standard-Line-Up mit 2 Wardancers, Treeman, 3 Catchers, 1 Thrower, 4 Linemen, 2 Rerolls, kein Apo. An Tag 1 bekam ich Tackle und Strip Ball auf den Dancers und Leader auf dem Thrower. An Tag 2 kamen ein Wrestle- und ein Dodge-Lino hinzu. Für Tag 3 hatte ich mich für Guard auf einem Catcher entschieden, durch das Double verfielen 10k und ich bekam keine zweiten Skill. Ein ziemlich solides Roster, gegen das niemand gerne antritt, aber wie es mit Woodies eben so ist: sie können ein Spiel nicht so kontrollieren wie einige Basher oder auch Darkies, sie müssen sich auf ihre spektakulären Aktionen verlassen, die sie besser als jede andere Rasse beherrschen, die aber eben auch mal schiefgehen können.

Spiel 1 gegen TheOldTook (Chaos) 2-0

Chaos war neben Necros die gehypteste Rasse in diesem Regelwerk, doch für Woodies ein willkommener Gegner, vor allem, wenn sie, wie hier, mit wenig Guard antraten. Mein Gegner, ein Schweizer, fand dagegen hier kein Mittel. Im Pouring Rain scheiterte der Pick-Up und die Elfen stürmten nach vorne. Chaos konnte früh zwei Elfen vom Platz räumen, doch die verbleibenden 9 stahlen den Ball in der 1. Hälfte gleich zweimal, sodass ich zur 2. Hälfte nur noch die 2-0 Führung verteidigen musste. Auch die von meinem Gegner sicher erhofften Dodge Fails blieben aus, und so konnte er mich zu keiner Zeit in Bedrängnis bringen, auch wenn mein Passversuch zum 3-0 in T16 scheiterte.

Spiel 2 gegen Madfrog (High Elf) 1-2

Schon im allerersten Zug war klar, dass dieses zweite Partie deutlich härter werden würde. Madfrog aus Deutschland führte nicht nur wunderschöne selbstbemalte Hochelfen ins Feld, sondern er wusste auch mit ihnen umzugehen. Wo mein vorheriger Gegner nicht so genau gewusst hatte, was er gegen die Woodies machen sollte, wusste Madfrog es genau: Er gab mir den Ball und lud mich zum Scoren ein. Ich lehnte zuerst ab und haute statt dessen seinen Dodge-Catcher mit meinem Tackler, doch die Injuries sollten in diesem Match nicht zu meinen Gunsten laufen. Nachdem Madfrog in den Rücken meiner Offence kam und mir weiterhin die rechte Flanke weit offen ließ, nahm ich die Einladung dann doch an und hoffte auf einen Goal Line Stall. Madfrog spielte es jedoch genau richtig und behinderte meinen Stall, statt direkt auf den Ball zu gehen. Als dann bereits mein erster 3+ Dodge fehlschlug, blieb mir nichts anderes übrig, als T6 zu scoren.

Nun konnte Madfrog den 3-Turner versuchen, auf den er es abgesehen hatte. Er schickte Receiver in meine Hälfte, gegen die ich verteidigte, gab dann statt dessen einem Blodger den Ball und lief mit diesem und etwas Support die Seitenlinie entlang. Mit ein paar Dodges und GFIs bekam ich einen 2d-Blitz mit meinem Tackler zustande, der Reroll war jedoch weg und es kamen nur Pushes, und danach auch noch ein 2+ Fail im Anschluss, sodass das 1-1 dann eine recht einfache Sache war.

Die zweite Hälfte sah ihn mit dem Ball und mich in Unterzahl, doch er hatte weder Sure Hands noch Guard, sodass es für ihn schwer war, den Ball bis zu einem T16 Score sicher zu halten. Ich hatte noch die Hoffnung, mein Baum und mein Tackler könnten die zahlenmäßige Überlegenheit der Hochelfen etwas regulieren, doch nicht heute. Es blieb also nichts, als die Wardancers springen zu lassen. Sein Positionsspiel war nicht schlecht, aber dennoch gelang es mir, 2x den Ball loszuschlagen. Beim Bounce hatte ich allerdings 2x Pech und dieser wurde von einem seiner Catcher gefangen.

Letztlich entkam er mit dem Ball zu einem Goal Line Stall, inzwischen waren 6 Woodies draußen und der Baum stand nutzlos in der Gegend. Mein verbleibender Wardancer spielte den Helden mit einem 3+ 2+ 2+ 3+ 3+ 4+ Blitz, pushte den Ballträger in die Endzone, dank Srip Ball jedoch kein Touchdown, und Hoffnung kam auf, denn ginge der Ball ins Aus und wäre der Throw-In gut, so hätte ich noch zwei freie Spieler gehabt, einen für den Pass und einen in Scoring Range, einfach gedeckt. Allein, es sollte nicht sein, der Ball sprang zurück ins Feld hinter seinen Screen. Madfrog hatte dann in seinem Zug noch einen kleinen Aussetzer bei dem Versuch, zwei meiner Spieler zu surfen, und schob mich auf den Ball, doch der fatale Bounce blieb aus und er konnte in seinem T16 scoren.

Ich konnte nun einen One Turner versuchen, und sein Set-Up ließ mir eine reelle Chance, zumal ein paar von meinen K.O.s zurück kamen. Doch Perfect Defence machte meine Chance zunichte.

Spiel 3 gegen lordgarlack (Necromantic) 2-1

An dieses erste von 4 Spielen am Samstag habe ich fast keine Erinnerung. Zum Glück habe ich mir vor Ort ein paar Notizen gemacht. Mein schottischer Gegner hatte zuerst die Offence, und nachdem ich früh ein paar Elfen verloren hatte, riskierte ich den -2d und schlug den Ball los. In dem darauffolgenden Handgemenge konnte ich mit einem 3+ 4+ den Ball erobern und zum T8 Defensive Score entkommen. So wünscht man sich das mit Woodies. Wenn man in der 2. Hälfte 1-0 vorne liegt und den Ball hat, kann man wahlweise die Uhr runterspielen oder scoren, ein 2-0 ist meist der sichere Sieg und einem unsicheren Stall vorzuziehen. Da bei mir nichts wichtiges schiefging, konnte ich T14 den Score einfahren. Sein 4+ Pass zum Anschlusstreffer T16 war nur noch für die Galerie.

Spiel 4 gegen gardengnome (Nurgle) 0-0

An meinen Gegner aus Spiel 4 erinnere ich mich umso besser, dieser Aussie war ein echtes Unikat. Mit seinem grauen Bart und seiner Wollmütze sah er ein bisschen aus wie eine Figur aus “Das Letzte Einhorn”. Auch seine antiken Nurgle-Figuren fügten sich ins Bild. Ich kam nicht umhin zu bemerken, dass er diverse NAF-Trophäen als Marker verwendete. Ja, kommentierte er, er hätte schon das ein oder andere Turnier gewonnen. In Australien, nehme ich an. Aber aus Down Under nach Europa fliegen, um Blood Bowl zu spielen, das muss man auch erstmal machen, also stellte ich mich auf einen harten Gegner ein.

Er hatte den Ball und setzte sein Beast of Nurgle offensiv ein, seine Spielweise war etwas unorthodox und es gelang mir, ihm den Ball abzunehmen, ich musste allerdings das Beast ungedeckt lassen und konnte nur den Really-Stupid-Assist verhindern. Das Beast spielte nun den Helden, war nicht nur nicht Stupid, sondern schaffte auch die GFIs und brachte Tentacles auf den Ballträger. Dieser konnte sich frei blitzen, fand jedoch in 4 Würfeln nicht den benötigten Pow und musste Leapen, was prompt fehlschlug. Kein Score für die Woodies (allerdings auch keiner für Nurgle) in Halbzeit 1.

Trotzdem war noch alles im grünen Bereich mit 11 Elfen im Angriff bei 0-0. Allerdings spielte gardengnome eine gute Defence, der Stärkevorteil der Nurgles, die Disturbing Presence und die Tentacles machten mir das Leben schwer. Mein Baum schlug sehr früh Wurzeln und nach und nach geriet ich in Unterzahl. Schließlich sah ich mich gezwungen, mit dem Ballträger zu blitzen, um eine Lücke zu öffnen, durch die ich mit genügend Spielern vorstoßen konnte, um den Score zu sichern. Ich brauchte jedoch den Pow für die Lücke, und bekam im ersten Versuch erneut nur Pushes. Reroll. Double Skull. Ich konnte meinem Gegner seinen Freudenschrei nicht übelnehmen. Hab niemals Mitleid mit Woodies. Nach diesem Debakel hatte ich alle Hände voll zu tun, das 0-0 zu verteidigen, was mir jedoch gelang.

Spiel 5 gegen gcoleman76 (Skaven) 2-0

Woodies gegen Skaven sind immer besonders unberechenbare Spiele. Der Vorteil war auf meiner Seite, da ich zuerst verteidigen durfte. Mein Gegner aus England schickte zwei Gutter Runners nach vorne und blieb mit dem Cage relativ weit hinten. Ich verteidigte gegen die Receiver, konnte jedoch nicht widerstehen, als er mir die Chance auf einen Leap zum 1d bot. Der Ball kam frei und der Bounce war gut, mein Catcher holte ihn, konnte aber nirgendwohin, wo der Block Gutter Runner ihn nicht erreichen konnte. Der folgende, entscheidende Blitz brachte jedoch in 4 Würfeln keinen Pow oder Powskull, sodass ich entkommen und den Ball meinem Wardancer geben konnte. Zwar schaffte der Rattenoger es noch, den Ballträger zu markieren und den 3+ Dodge zu erzwingen, doch der Dodge klappte und der T8 Score folgte.

Die zweite Hälfte war das reine Chaos, die letzten 4 Züge mussten wir beide ohne Rerolls spielen. Es gab eine Menge Fail auf beiden Seiten, ein Wechselbad der Gefühle, doch mit dem glücklichen Ende für mich. Am Ende hieß es daher 2-0.

Spiel 6 gegen Topas (Dwarf) 0-0

Zwerge mit ihrem vielen Tackle und Guard können ein unangenehmer Gegner für Woodies sein, auch wenn der Geschwindigkeitsunterschied viel ausmacht. Topas aus Deutschland entschied sich, den Kick-Off zu empfangen, ein gewisses Gamble. Er machte ein paar kleine Stellungsfehler, über die er sich selbst ärgerte, doch sein Angriff rollte, ein paar Elfen gingen vom Platz und er war auf der linken Flanke durch. Mir blieb nur eine überaus waghalsige Aktion mit einem 3+ 4+ 1d Blitz, der billigend in Kauf nahm, dass mein Wardancer gesurft wurde. Doch ich bekam den Pow und einen perfekten Bounce, und Zack, weg war der Ball. Topas stand vor den Scherben seiner Offence, doch ein heldenhafter Blocker mit einem 4+ Dodge und GFIs holte den entflohenen Catcher noch ein und verhinderte das Schlimmste.

Also, 0-0 und Offence, keine schlechte Ausgangslage, doch wie spielt man das gegen gut stehende Zwerge? Ich ließ mich zunächst weit in meine eigene Hälfte zurückfallen, um ihn nach vorne zu locken, worauf er nur so halb hereinfiel, doch ich fand schließlich die Räume, um nach vorne durchzubrechen. Eine Menge Sachen hatten bei mir geklappt, doch den letzten Pow als Sahnehäubchen bekam ich nicht, und so konnte wieder ein heroischer Blocker mit einem 4+ Dodge den Ballträger erreichen. Ich hatte dann noch ein 3+ 3+ zum Score, doch das klappte nicht, und sein super unwahrscheinliches Passspiel zum T16 Score klappte ebenfalls nicht. Es war, wie man so schön sagt, ein 0-0 der besseren Sorte, und ein faires Ergebnis.

Spiel 7 gegen Budj (Underworld) 1-2

Mein persönliches Highlight des Turniers. Budj aus Frankreich hatte Underworld mit Glart und Skitter dabei, und spielte an Tisch 2. Er erwies sich nicht nur als sehr begeisterungsfähig und sympathisch, sondern auch als der eindeutig stärkste Coach, dem ich bei dieser Weltmeisterschaft gegenüber gesessen habe.

Wie schon Madfrog, gab er mir den Ball und versuchte, einen frühen Score zu erzwingen. Ich hatte einen recht soliden Goal Line Stall aufgebaut, doch als der Gobbo, den sein Troll nach meinem Ballträger warf, unerwartet direkt neben dem Ballträger landete, mit einem 5+ auf den Beinen blieb und sogar seine Aktion noch hatte, witterten die Undies ihre Chance. Der Blitz schaffte den benötigten Assiste für einen 1d Block herbei, und was würfelt man als Gobbo gegen einen Wardancer? Genau, Pow! Was für ein Spielzug, wir waren beide begeistert, der Bounce blieb jedoch unerreichbar, die Elfen scorten im nächsten Zug, und auch den Gegenangriff konnte ich verteidigen. 

Also, nix passiert, ich liege 1-0 vorne, er kriegt zur 2. Hälfte den Ball. Hier machte er seinen einzigen Fehler und blockte vor der Ballaufnahme mit dem Troll, der ihm prompt einen Turnover bescherte. So konnte ich den Ball erobern, doch Budj spielte ein paar absolut brillante Züge und schaffte es mit etwas Glück nicht nur, mir den Ball wieder abzujagen, sondern auch, ihn zu sichern. Dabei räumte er auch ordentlich auf, und so konnte ich mit 5 Elfen nur noch zuschauen, wie er T14 den Score machte. Er wollte nicht auf Unentschieden spielen, sondern auf Sieg! Und wie sich herausstellte, brauchte er auch den Sieg, um für seine Squad das Unentschieden zu retten.

Die K.O.-Würfe auf beiden Seiten waren nun wichtig, ich bekam ein paar Spieler zurück, er jedoch bekam Skitter zurück, den ich zwischenzeitlich ausgeknockt hatte. Allerdings schob er ihn zunächst in die Reserve, und nach einer Pinkelpause vergaß er, ihn aufzustellen. Nach kurzem Überlegen entschied ich mich, ihn auf seinen Fehler hinzuweisen, und erlaubte ihm, die Aufstellung zu ändern, was sich als nicht ganz unerheblich erweisen sollte. Manche würden das sicherlich für übertriebenes Fairplay halten, aber ich würde es glaube ich wieder so machen.

Es kam nun zu einer überaus vertrackten Situation an der rechten Seitenlinie, ich verlor den Ball, konnte jedoch mit einem Leap-Blitz seinen Thrower surfen und mir den Ball in der Tacklezone seines Tackle-Blitzers wiederholen. Alles, was ich brauchte, war ein 2+ Dodge ohne Reroll, und ich war auf und davon. Er hätte dann zwar noch seinen Wrestler in Reichweite gehabt, doch niemanden, um den Ball zu holen, und ich hatte mehrere Elfen in Scoring Range. Allein, ihr ahnt es bereits: Die 1 fiel. Inzwischen waren alle anderen Matches aus, beide Squads standen um uns herum. Mit einem halbwegs guten Bounce wäre das Unentschieden immer noch recht sicher gewesen, doch der Ball ging ins Seitenaus, der Throw-In ging in die richtige (bzw. für mich falsche) Richtung, und Budj hatte eben auch seinen Thrower dort hingestellt, wo er ihn brauchte, und Skitter in Scoring Range. Kollektives Atemanhalten beim Pass, den Budj angemessen zelebrierte. Dann: lauter Jubel bei den Cathîms.

Ich hatte noch einen One-Turner-Versuch, aber selbst vor dem Blitz! auf dem Kick-Off hatte ich mir dafür gegen eine gute Aufstellung keine großen Chancen mehr ausgerechnet. Ein wirklich tolles, intensives Spiel, das zu verlieren mich nicht wirklich störte, es war einfach zu guter Blood Bowl. Budj und ich umarmten uns herzlich zum Abschied.

Spiel 8 gegen Shm (Amazon) 2-2

Auch wenn mich die Niederlage nicht störte, sah mein Record nun nicht mehr allzu schmeichelhaft auf, und ich wollte schon gerne auch mal wieder ein Spiel gewinnen. Allerdings musste ich nun gegen Amazonen mit Roxanna und 4 Guards ran, ein wirklich kniffliges Match-Up. Mein Gegner, Shm aus Italien, foulte gerne und kam mir mit einigen Stellungsfehlern entgegen, doch seine Mädels verprügelten meine Elflein so dermaßen übel, dass er sich sogar mehrfach für die Würfel entschuldigte und mir anbot, dass ich gerne auch seine Würfel benutzen könnte.

Es fing bereits bei meinem ersten Sprung in den Cage an, bei dem der Tackle-Wardancer sich direkt selbst in die Cas-Box beförderte. Wer braucht den schon, gegen Amazonen, right? Der zweite Wardancer schaffte es dann trotzdem, den Ball rauszuschlagen, da die Amazonen ihr Guard nicht gut verteilten. Leider kam ich nicht an den Bounce und Roxy konnte ihn mit ein paar 2+ zurückholen, AG5 mit MA8, Jump Up und Dodge ist einfach imba. Nachdem jedoch ein unnötiger 3+ Dodge fehlschlug, bekam ich völlig unerwartet einen weiteren Blitz auf Roxy, und diesmal konnte ich den Ball klauen und in T8 das 1-0 markieren.

In der Offence war nun mein einziges Ziel, das 2-0 zu machen, bevor mir die Elfen ausgingen, und mich dann irgendwie über die Zeit zu retten. Shm tat mir den Gefallen, auf meinen Vorstoß über rechts sein gesamtes Team auf die rechte Flanke zu verschieben, auch um einen Catcher mit mehreren Assists zu foulen, wobei ich dieses Mal Glück hatte und das Foul nicht mal durch die Rüstung kam. Ich konnte dann auf die völlig offene linke Flanke wechseln und dank des heldenhaften Foul-Opfers, das sich mit einem 4+ Dodge aus seiner prekären Lage befreite, sogar einen Screen aufzubauen. Mit Roxy Magic kamen die Amazonen zwar noch mal an den Ball, doch sie war nun kurz auf sich gestellt, und so konnte ich sie umhauen und mit einem Pass tatsächlich das 2-0 markieren.

Inzwischen waren 5 Elfen in der Cas Box einschließlich beider Wardancers, doch ich witterte Morgenluft. Schließlich musste er nun 2x scoren, um auch nur ein Unentschieden zu bekommen. Er schickte einige Receiver nach vorne und führte den Ball mit Roxy, ich versuchte, einen Screen vor seinem Cage aufzubauen, um wenigstens den 2-Turner zu verhindern, doch das war die falsche Taktik, ich hätte lieber die Receiver bestmöglich zustellen sollen. Roxy ist einfach zu gut und marschierte mit ein paar 2+ Würfen durch meinen Screen. Der 3+ Handover klappte, und so musste ich nun noch 4 Züge aushalten für den Sieg. Das schien machbar, doch dann landete sein Kick buchstäblich direkt an der Line of Scrimmage in ein oder zwei Tackle Zones (ich bin mir nicht mehr sicher). Ich sah mich jedenfalls genötigt, einen 2d Block mit dem Baum zu riskieren, um den Spielzug zu eröffnen, den Ball dann zu sichern und meine dezimierten Reihen zu sortieren. Tja, und was soll ich sagen. Ein Push hätte gereicht, doch das Turnover kam, und alles war verloren. Ich konnte noch von Glück sagen, dass mein Gegner das Unentschieden runterstallte (für seine Squad reichte dies), sonst hätte es sogar noch eine Niederlage werden können.

Dieses Spiel war für mich schwer wegzustecken, da nicht nur mein Record langsam aber sicher baden ging, sondern ich auch das Gefühl hatte, trotz miesester Injury Rolls gegen ein sehr krasses Roster den Gegner schwindelig gespielt zu haben und um den Lohn betrogen worden zu sein. Hätte ich das 2-1 halten können, wäre es einer dieser spektakulären Unterzahl-Siege gewesen, für die der Wood Elf Coach nun mal lebt. Ich hätte zum Schluss nur noch durchschnittliche Würfel gebraucht. Statt dessen dann der doppelte Nierenschlag.

Spiel 9 gegen Dr SLM (Wood Elf) 1-3

Letztes Spiel, immerhin mit einem Sieg noch die Chance auf ein 4-3-2 in der Einzelwertung. Woodie Mirror, das einzige was noch schlimmer ist als Woodie Skaven, diese Spiele sind echt total unberechenbar. Dieses Mal mit dem unglücklichen Ende für mich. In der ersten Hälfte ging nichts zusammen. Mein französischer Gegner erlaubte sich einige Ungenauigkeiten, doch ich würfelte so viele 1en, dass es keine Rolle spielte. Zur 2. Hälfte war ich in Unterzahl und 0-2 zurück, ich setzte alles auf eine Karte und stellte mich für einen Blitz auf, der Blitz kam, und sein Set-Up erlaubte mir auch, mit diversen Spielern durchzubrechen und das 1-2 zu markieren. Jetzt wurde es nochmal ernst, ich übte maximalen Druck aus und konnte erneut seinen Ballträger hinter seinen eigenen Reihen sacken, er blitzte mich dann aus Versehen mit seinem Frenzy Wardancer statt mit Strip Ball, bekam aber das Pow und mein Strip Ball Wardancer wanderte in die Cas-Box. Er entkam mit dem Ball, ich hatte noch mehrere Chancen, ihn zu blitzen, konnte jedoch das 1-3 nicht verhindern und verzichtete dann darauf, die letzten 2 Züge noch zu spielen.

Ein waschechtes Dicing zum Schluss, auch das gehört dazu, doch zusammen mit dem vorangegangenen Spiel gegen die Amazonen war es dann ein recht frustrierendes Finale für mich. Es hätte leicht auch ein 5-2-2 sein können, stattdessen wurde es ein 3-3-3. Nur 50% Win Rate mit Woodies an den hinteren Tischen, nicht gerade das, was ich mir erhofft hatte. Doch immerhin konnte unsere Squad das Turnier mit einem Sieg beenden, sodass der World Cup einen versöhnlichen Abschluss fand.

NAF World Cup 2019, Dornbirn (Österreich)

Das größte Blood Bowl Turnier aller Zeiten. 1423 Coaches aus 40 Nationen. Bereits der vorangegangene World Cup in Lucca 2015 war ein Event der Superlative, doch in Dornbirn wurde dies noch einmal um die Hälfte übertroffen. Da musste man doch hin, hatte ich mir gesagt. Und da es ein Teamwettbewerb ist, hatte ich eine “Squad” von 6 Mann zusammen getrommelt:

Team Black Orc Down

Donnerstag: Anreisen und Anstehen

Die meisten von uns waren von München aus mit dem Auto gekommen. Von dort sind es ca. 2 Autostunden nach Dornbirn, das im Dreiländereck bei Bregenz liegt. Es handelt sich um ein beschauliches Städtchen von 50.000 Einwohnern, in einer Urlaubsregion gelegen und mit reichlich Hotels ausgestattet. Nachdem wir eingecheckt hatten, suchten wir zu Fuß den Weg zum knapp 3 km entfernten Messegelände. Dort trafen wir gerade rechtzeitig zur für 18:30 angesetzten Eröffnungszeremonie ein. Es gab eine Percussion-Performance (mit Live-Aufzeichnung des “Hurry Up Songs”, der das Ende jeder der 9 Partien einleiten sollte), Grußworte der Bürgermeisterin, und später spielte noch eine Blues-Rock-Band.

Letztere bekamen wir jedoch nicht zu Gesicht, und ebenso wenig gelang es meinem Teamkollegen Kaenthos und mir, wie geplant mit den anderen Natural Dorn Birners unseren überraschenden vierten Platz beim World Cup Warm-Up auf Fumbbl zu feiern. Auch sonstiges Meet & Greet mit der Fumbbl-Prominenz fiel weitgehend aus. Denn stattdessen verbrachten wir den Abend mit Schlangestehen, genau wie hunderte andere. Was war passiert?

Die Organisatoren hatten geplant, jeder Squad bei Ankunft Goodie Bags auszuhändigen, in denen sich nicht nur das persönliche Voucher für Eintritt und Verpflegung sowie Würfel, ein T-Shirt in der bestellten Größe und anderes Klimbim, sondern auch individuelle Skillringe für jeden Coach befinden sollten. Dazu hatte man bei den Rosters nicht nur die Angabe verlangt, welche zusätzlichen Skills an den Tagen 1, 2 und 3 vergeben werden (hierzu hatte der World Cup ein ausgeklügeltes 4-Tier-Regelwerk), sondern auch die Größe der Bases. Die Skillringe bestanden aus 4 Puzzlestücken plus 4 aufgeklebten Magneten, die man sortieren, zusammenbauen und in die Goodie-Bags verteilen wollte. Damit war man aber nicht einmal ansatzweise zum Eventbeginn fertig geworden, und es hatte auch niemand sich durchringen können, die Sache abzublasen. Stattdessen versuchten ein paar arme freiwillige Helfer, die Skillringe am Donnerstag noch an alle Coaches auszugeben. 

Dies führte im Ergebnis dazu, dass wir um 22 Uhr aufgaben, nachdem wir 2 ½ Stunden in der Warteschlange gestanden hatten. Jemand hatte unseren Team-Namen aufgeschrieben und uns versprochen, unsere Skillringe würden am nächsten Tag fertig sein, doch daran glaubte nicht wirklich irgendjemand. Dem Vernehmen nach ging es in der Halle noch bis halb zwölf, ehe die letzten, die ausgeharrt hatten, versorgt waren. Schade, es hätte bestimmt eine geile Party werden könne (sie hatten sogar eigens für das Event zwei verschiedene Biere gebraut). Wir waren uns alle einig, man hätte einfach auf die blöden Skillringe scheißen sollen, es wäre auch ohne gegangen.

Offiziell schloss die Location um 22 Uhr, und es verlief sich. Wie einige Besucher zu Recht beklagten, gab es in Dornbirn auch kein wirkliches Kneipenviertel, das man noch hätte ansteuern können. Wir ließen den Abend an der Hotelbar ausklingen und trafen noch ein paar Spanier, die ebenfalls Blood Bowler waren, was immerhin ein bisschen internationales Flair und gemeinsames Abgeeken in den späten Donnerstagabend brachte.

Freitag: Noch 5 bis 10 Minuten

Das erste Spiel war für 9:30 angesetzt, wir wollten aber um 8:30 da sein, da man uns zu dann unsere Skillringe versprochen hatte. Bei schönem Wetter machten wir wieder zu Fuß auf den Weg. Was natürlich nicht da war, waren unsere Skillringe. Außerdem hörten wir bereits, dass der Kick-Off auf 10:30 verschoben war, zu diesem Zeitpunkt vermuteten wir noch die Skillringe als Grund. Nach weiteren 2 Stunden in der Schlange hatten wir diese dann um 10:30 endlich bekommen und schafften es gerade so rechtzeitig an unseren Tisch, der schon im Vorfeld bekannt gegeben worden war.

Es gab zwei Hallen und dazwischen ein Foyer mit Ständen der Aussteller und Sponsoren. Die größere Halle beherbergte die Bühne und den prestigeträchtigen Tisch 1 sowie die größere Zahl der anderen Spieltische. Die kleinere beherbergte die sogenannten Loser-Tische, wo das hintere Viertel der Squads spielen würde, sowie das Catering, das auch einen großen Bereich mit Bierzelt-Garnituren dabei hatte, damit man nicht am Spieltisch essen musste. Letzteres war super, allerdings war es schade, dass ein Viertel der Leute im Kantinen-Mief spielen musste. Natürlich wäre es viel schöner gewesen, wenn wirklich alle in einer großen Halle Platz gefunden hätten, was wohl auch der ursprüngliche Plan war, die größere Halle stand dann aber nicht zur Verfügung. Wir waren ohne große Ambitionen abgesehen von “Spaß haben” angetreten, nahmen uns jedoch spontan vor, uns von den Loser-Tischen fernzuhalten. 

Unser erstes Los hatte uns jedenfalls zunächst in die große Halle gespült. Dort saßen wir uns mit unseren ersten Gegnern gegenüber, die Swiss Foreign Legion mit Spielern aus der Schweiz, Schweden und UK, die uns zur Begrüßung Schweizer Schokolade überreichten. Niemand hatte uns erzählt, dass es üblich ist, den Gegnern etwas mitzubringen! Buchstäblich jeder unserer Gegner hatte ein kleines Präsent für uns, nur wir kamen mit leeren Händen. Das passiert uns beim nächsten Mal nicht!

Was allerdings fehlte, war die Bekanntgabe der Paarungen. Wir wussten zwar, gegen welche Squad wir spielen sollten, nicht aber, welche Coaches gegeneinander antreten würden. Und die Orga hatte… IT-Probleme. Man hatte ja bereits vor dem Event die Auslosung gemacht und war offenbar nicht auf No-Shows vorbereitet. Doch natürlich gab es einige Coaches und auch zwei ganze Squads, die nicht aufgetaucht waren, und dies entsprechend einzupflegen, führte anscheinend zu Problemen. Letztendlich war der Draw dann gegen 11:30 endlich verfügbar, und so startete das Turnier mit 2 Stunden Zeitverzug. Wir stellten uns also bereits darauf ein, dass aus dem geplanten Ende um 18:30 nichts werden würde. Mehrere Squads hatten Tische in Restaurants reserviert und überlegten bereits, auf wann sie wohl verschieben müssten. Nichtsdestotrotz waren alle jedoch froh, endlich die Würfel rollen zu lassen.

Die erste Runde lief gut, meine Waldelfen gewannen und auch unsere Squad ging siegreich hervor. Außerdem hatte ich die Ehre, beim Mittagessen mit CRP-Vater Galak an einem Tisch zu sitzen, den die NAF als Referee verpflichtet hatte. Es sah also alles gut aus und wir freuten uns auf unsere zweite Partie. Diese sollte um 14 Uhr beginnen, doch was um 14 Uhr fehlte, war der Draw. Die IT-Probleme blieben hartnäckig, und so saßen wir weitere 2 Stunden herum und warteten. Die Stimmung kippte langsam, die Orga schickte immer neue Leute auf die Bühne, um schlechte Nachrichten zu verkünden, und die Worte “noch 5 bis 10 Minuten” waren in aller Munde.

Endlich, es war schon nach 16 Uhr, wurde ein Draw veröffentlicht, kurz darauf jedoch verkündet, dass dieser Draw falsch sei, da diverse Teams gegen ihre Gegner der vorigen Runde gelost worden waren. Wir begaben uns trotzdem zu unserem bekanntgegebenen Tisch, wo als Gegner Generic Team Name With Nerd Reference warteten. Kapitän war ein alter Bekannter, Pedda, schwedischer Coach aus Berlin, gegen den ich schon beim Plattbowl und Hammabowl gespielt hatte. Außerdem mit dabei: Der bekannte Streamer The_Sage aus Holland (früher auch Fumbbl-Prominenz). Wir warteten noch einige Zeit auf den korrigierten Draw, entschlossen uns aber letztendlich, die Spiele zu starten, in der Hoffnung, dass sich unsere Auslosung nicht ändern würde. Und so kam es dann schließlich auch: Die Partien zählten!

Es war jedoch klar, dass eine dritte Partie an diesem Freitag nicht stattfinden würde, dafür reichte die Zeit nicht mehr, zumal niemand wusste, wie lange die Auslosung der nächsten Runde diesmal dauern würde. Auch mit zwei Runden hatten wir letztlich das angepeilte Ende um 18:30 deutlich verpasst, als wir uns endlich unseren Gegnern geschlagen geben mussten. Wir waren ermüdet von der vielen Warterei und wenig erpicht, uns noch ins Nachtleben zu stürzen, das sich im Wesentlichen auch in der American GoGo Bar an der Hauptstraße zu erschöpfen schien. Immerhin stellten wir zu unserer Freude fest, dass unser Hotel eine sehr ordentliche Pizzeria beherbergte, die bis 22:30 warme Küche hatte. An die Hotelbar zog es dann aber niemanden mehr, wir waren froh, ins Bett zu kommen.

Samstag: Gebt Gas, wir packen das!

Der Samstag begrüßte uns mit Regen, aber beim Frühstück war immerhin der Draw für die dritte Runde live. Wir waren gegen die schottische Mannschaft Thistle Hurt gesetzt. Mit Spannung wurde erwartet, was die Orga nun im Hinblick auf die ausgefallene Partie vom Vortag bekanntgeben würde. Und siehe, die Bekanntgabe lautete: Wir holen das nach! Mit gestrafftem Zeitplan – 2:15 statt 2:30 pro Spiel, kürzere Mittagspause – sollten am Samstag 4 Spiele gemacht werden. Offenbar war die Orga entschlossen, nicht in die Geschichte einzugehen als die WM, bei der ein Spiel ausfallen musste.

Die Resonanz auf diese Entscheidung war gemischt, ich persönlich hätte es souveräner und besser gefunden, den verkorksten Freitag abzuhaken und den Samstag wie geplant durchzuziehen. Auch mit 8 Partien statt 9 wäre es eine epische Weltmeisterschaft gewesen, dank Schweizer System kam es doch auf ein Spiel mehr oder weniger in Wirklichkeit gar nicht an. Ich habe aber auch mit vielen Coaches gesprochen, die die Entscheidung, das Spiel nachzuholen, richtig fanden. Mehr Skepsis gab es im Hinblick auf die Frage, ob die IT diesmal mitspielen würde. Am Vortag hatte man immerhin nicht mal 3, geschweige denn 4 Runden geschafft. Ich erwartete also ein Debakel – und wurde eines Besseren belehrt!

Die IT hatte offenbar über Nacht das Problem weitgehend gelöst und schaffte es, den Draw für die nächste Runde nahezu pünktlich zu liefern. Der ambitionierte Zeitplan wurde gerade einmal um eine Viertelstunde verfehlt. Auch die Spieler waren motiviert und gaben Gas, um die verlorene Zeit aufzuholen. Das bedeutete aber auch, dass wir uns wie im Trance durch den Spieltag tankten. Am nächsten Morgen versuchte ich mich zu erinnern, wie mein Gegner von Runde 3, dem ersten Match des Samstages, eigentlich ausgesehen hatte, und konnte es partout nicht mehr.

Nach einer klaren Niederlage gegen Thistle Hurt hatten wir noch einmal Glück und durften in der großen Halle bleiben. Die nächste Runde gegen Team Wombat aus Australien, die einen Plüsch-Wombat als Team-Glücksbringer an den jeweils gerade bedürftigen Spieler herumreichten, verloren wir aber ebenfalls und waren nun endgültig bei den Loser-Tischen im Kantinen-Mief angekommen. Dort trafen wir auf Team UKBBL Great British Block Off, trennten uns Unentschieden und mussten folglich auch das vierte und letzte Match des Tages in der kleinen Halle spielen. Wir waren nicht böse darum, dass es diesmal ein deutschsprachiges Team war: Die Municorns aus München. Das machte es zu später Stunde etwas leichter. Auch hier reichte es für uns aber nur zu einem Unentschieden.

Unser letztes Match in der großen Halle gegen die Wombats. Im Hintergrund unverkennbar: Cathîms, unser Gegner in Spiel 7.

Nach diesem Ritt stand uns der Sinn wiederum nur noch danach, ein warmes Abendessen im Hotel zu bekommen und ins Bett zu fallen. Da wir am nächsten Tag nach dem Event direkt nach München fahren würden, war damit auch das Thema Socializing mit anderen Coaches gelaufen. Die Blood-Bowler-Ehre war durch das Nachholspiel zwar gerettet, die Geselligkeit blieb aber für uns weitgehend auf der Strecke, außer innerhalb der eigenen Truppe. Wie gesellig es in Dornbirn unter anderen Umständen geworden wäre, sei dahingestellt. Sicherlich muss es nicht Amsterdam sein (Austragungsort des World Cup 2011), aber ein Ort mit etwas mehr Nachtleben wäre vielleicht fürs nächste Mal ganz schick.

Während des Events selber war die Stimmung nun jedoch wieder super, die Odyssee des Donnerstag und Freitag und der Marathon des Samstag hatten uns Coaches zusammengeschweißt. Zwischen den teilweise sehr kreativen und farbenfrohen Auftritten der Mannschaften, den gelegentlichen spontanen Gesängen der Franzosen und den souveränen Durchsagen von Galak, der die Coaches zur Einhaltung des Zeitplans peitschte, war es schon ein großes Blood-Bowl-Fest.

Sonntag: And the winner is?

Der letzte Tag des World Cup brachte mehr Regen. Noch immer saßen wir an den Loser-Tischen, wenn auch an den vorderen. Als Ziel hatten wir inzwischen ausgegeben, wenigstens noch ein Match in der großen Halle zu spielen. Unsere ersten Gegner, Cathîms aus Frankreich, ließen auf sich warten, und wir hatten bereits die Referees informiert. Bei mehr als 15 Minuten Verspätung wäre es als Nichtantritt gewertet worden, doch alles halb so wild, eine Minute vor Anpfiff tauchten sie auf. Die Truppe war uns schon vorher aufgefallen, sie waren eine imposante Erscheinung mit ihrer Gesichtsbemalung, und auch ihre Trillerpfeifen hatten wir vorher schon gehört. Der Teamkapitän hatte sogar ein Soundboard dabei (über das sein Gegner allerdings nur mäßig erbaut war). Deutlich jünger als unsere Ü40-Truppe und mit einem unglaublichen Enthusiasmus, dazu allesamt exzellente Coaches, die nur deshalb an den Loser-Tischen zu finden waren, weil sie mit Goblins und Halblingen antraten, war dies für uns wirklich ein Blood-Bowl-Kulturschock. Wieder trennten wir uns Unentschieden, für mich war diese Partie jedoch das Highlight des World Cup, obwohl ich mein Match (sehr unglücklich) verlor. 

In der vorletzte Runde ging es gegen Minotarri 2 aus Italien, und wir saßen sage und schreibe am ersten Loser-Tisch. Denkbar knapp hatten wir die große Halle verpasst, und dies war unsere letzte Chance. Doch es ging nichts zusammen. Ich hatte ein sehr frustrierendes Spiel, das zwar Unentschieden endete, sich aber wie eine Niederlage anfühlte, zumal dadurch die Niederlage der Mannschaft besiegelt wurde. Also Ziel verfehlt, auch das letzte Match spielten wir in der kleinen Halle, gegen Team Riesling aus Frankreich. Ich bekam zum Abschluss ein Dicing eingeschenkt, und beendete das Turnier mit einem durchwachsenen Record von 3-3-3. Mit Woodies und überwiegend an den hinteren Tischen, kann ich mit so einem Ergebnis wirklich nicht zufrieden sein. Vielleicht werde ich noch einen separaten Blogpost zu den einzelnen Matches machen, das ist natürlich weniger erfreulich als bei einem Turnier, das gut lief.

Für Team Black Orc Down gab es jedoch ein versöhnliches Ende. Kaenthos an Tisch 1 war der letzte von uns, der noch spielte, er lag zurück, hatte jedoch die Chance, im letzten Zug auszugleichen und damit den Mannschaftssieg klar zu machen. Und er schaffte es, unter dem Applaus der Truppe! Damit sicherte er sich zugleich einen ungeschlagenen 5-4-0 Record, eine sehr respektable Leistung. Black Orc Down ging mit einem versöhnlichen 2-3-4 von Dannen, insofern kann man doch froh sein über das neunte Spiel…

Es hatte sich am letzten Tag doch wieder eine Dreiviertelstunde Verzögerung eingeschlichen, sehr zum Leidwesen derjenigen, die einen Flug erwischen mussten und daher für das letzte Spiel nur 1:45 Zeit hatten, und wohl auch zum Leidwesen von deren Gegnern. Um die Schlusszeremonie zu entlasten, hatte man die Best-Painted-Gewinner bereits in der Pause vor Spiel 9 gekürt, hier waren einige echt krasse Meisterwerke zu bewundern, vor allem bei den Display Cases hatten einige echt übertrieben. Kuei-Jin, mein Gegner vom Dungeonbowl Anfang des Jahres, war mit seinen Piraten-Goblins von der Green Pearl der Hingucker des Tages.

Juror Jo von den Pigment Pirates kündigte den Sieger in der Kategorie “Greenskins”, die Green Pearl von Kuei-Jin, an: “Release the Kraken!”

Wir wagten uns dann nach dem Ende unserer Partie auch noch einmal in die große Halle und genossen die Stimmung dort. Eine Blaskapelle spielte, die Coaches standen auf den Stühlen und Tischen, es herrschte große Ausgelassenheit. An Tisch 1 hatte Amicale du PushPush aus Frankreich gegen Alfea aus Italien gespielt, dieselben Squads, die auch schon auf Fumbbl beim WCWU das Finale gespielt hatten. Eine solche Konstanz in einem so glücksabhängigen Spiel mit so starkem Teilnehmerfeld ist schon krass beeindruckend. Es hatte sich dann auch herumgesprochen, dass (anders als auf Fumbbl) die Franzosen die Nase vorn gehabt hatten. Die Siegerehrung ließ allerdings auf sich warten, und wir hatten noch die Fahrt nach München vor uns, also brachen wir schließlich auf. Gerne hätten wir auch unsere eigene Platzierung erfahren, doch hier schlugen die IT-Probleme wieder zu. Das vorläufige Endergebnis wurde erst Tage später auf der Website veröffentlicht, bis heute (zwei Wochen später) ist dieses noch nicht für endgültig erklärt worden. So hatten wir auch keine Gelegenheit, unserem Käpt’n von den Natural Dorn Birners, Miko (doclystria auf Fumbbl), zu seinem hervorragenden Ergebnis zu gratulieren: Bester Deutscher auf Platz 10 der Einzelwertung, und seine Squad, Unqualified, belegte am Ende sogar Platz 3! Um wieviel Uhr er seinen Pokal bekommen hat, muss er irgendwann noch mal berichten, wir waren zu dem Zeitpunkt wohl längst auf der Autobahn.

Gänsehautatmosphäre bei der Schlusszeremonie in der großen Halle (YouTube)DSGVO sei dank darf ich hier keine Videos einbinden :-P

Black Orc Down belegte am Ende Platz 178 (von 236), damit können wir im Ergebnis zufrieden sein. Ich kam auf Platz 743 (von 1423), sicherlich weniger, als ich mir ausgerechnet hatte. Der positive Eindruck des Events überwiegt, die tolle Stimmung und die schiere Anzahl der Coaches. Doch Warteschlangen und IT-Probleme werden immer mit dem World Cup in Dornbirn verbunden sein.

Dungeon Bowl 2019

Heute möchte ich vom Dungeon Bowl am 9. und 10. März 2019 in Düsseldorf berichten. Es handelt sich um ein NAF-Turnier, das größte dieser Art in Deutschland und damit ein Major. Das bedeutet internationales Publikum und Englisch als Turniersprache, was dem Ganzen ein schönes Flair verleiht. Unter den dieses Jahr genau 100 Teilnehmern waren neben vielen Engländern auch Franzosen, Italiener, Holländer und andere Nationalitäten. Die Location ist eine Jugendherberge, allerdings eine sehr große und moderne Jugendherberge, deren Einzelzimmer auf 3-Sterne-Hotel-Niveau rangieren. Dort kann man also schlafen, frühstücken, spielen, Mittag essen und weiterspielen, ohne den Ort wechseln zu müssen – praktisch!

Das Turnier besteht aus 6 Matches in 2 Tagen im Schweizer System, allerdings gibt es eine Besonderheit: Nach der 5. Runde spielen die beiden Führenden das Finale untereinander aus, der Sieger gewinnt, der Verlierer ist Runner-Up. Das hat den Vorteil, dass man sich am Ende nicht mit Punktgleicheit und Tiebreakers rumschlagen muss, um den Sieger zu ermitteln, und eben ein echtes Finale hat. Es bricht aber mit dem Schweizer System. Das Finale ist ja gleichzeitig auch eines der Spiele der 6. Runde, sodass es sein kann, dass in der Abschlusstabelle jemand an zweiter (oder theoretisch sogar erster) Stelle steht, der weder Winner noch Runner-Up ist. Aus diesem Grund wird der „League Title“ an den bestplatzierten Nicht-Finalisten vergeben, sozusagen als Bronze-Medaille.

Das bedeutet natürlich, dass das Finale nicht Unentschieden enden darf. Beim Dungeon Bowl wird das Finale bis zum ersten Touchdown gespielt, und zwar, wie der Name schon sagt, in einem Dungeon:

Final-Spielbrett

Zwei weitere Dungeon-Finals werden um den „Best Stunty“ und den „Wooden Spoon“ (letzter Platz) ausgetragen. Außerdem im Bild: Der Pokal und die Medaillen für die übrigen Auszeichnungen, sowie das phantastische Khorne-Team, das unter allen Teilnehmern verlost wurde. Leider sind mein Handy und ich nicht besonders toll im Fotos machen, aber hier noch mal in größer:

Khorne-Team (by Pigment Pirates)

Ich war wie die meisten am Vortag angereist. Natürlich war aus dem Vorsatz, wenig zu trinken und früh ins Bett zu gehen, nichts geworden, und so war es dankenswert, dass das erste Match des Turniers erst um 10:30 Uhr angestoßen wurde. Der Tagungsraum im zweiten Stock mit Blick auf den Rhein war eine super Location, wenn es auch sehr warm war. Beweis-Selfie:

Spiel 1 am Samstag

Nachdem ich beim Plattbowl 2016 und beim HammaBowl 2018 Dark Elves gespielt hatte, musste ich mir dieses Jahr zum Geburtstag doch noch mal ein weiteres Team gönnen, und zwar Wood Elves. Diese scheinen mir sowohl nach World-Cup-Regeln, als auch nach den aktuellen Dungeon-Bowl-Regeln, das bessere Team zu sein, da sie besser mit nur drei Skills am ersten Tag zurecht kommen. Das hatten sich auch einige andere gedacht: 12 von 100 Teams waren Woodies und, Spoileralarm, am Ende standen 3 davon im Ranking ganz oben. Mein Roster bestand aus den Wardancers mit Tackle und Strip Ball, dem Thrower mit Leader, drei Catchern (1x Side Step an Tag 2, werde ich nicht wieder nehmen), 4 Linemen (1x Wrestle, 1x Dodge an Tag 2), dem Baum und zwei Team Rerolls.

Spiel 1 gegen vmcat (Chaos) 1-1

Mein erster Gegner, vmcat aus England, war mit Chaos angetreten. Alle fünf Skills waren Block (auf dem Mino und den 4 Warriors). Wie alle meine Gegner auf diesem Turnier, war er ein erfahrener Coach und ein fairer und unterhaltsamer Gegner. Ich überließ ihm den Angriff und er formierte sich auf der linken Flanke. Ich ließ ihm etwas Platz, in den er vorstieß. Der Plan war, ihm in ausgedünnter Position entweder den Ball abzujagen, oder einen vorzeitigen Score zu erzwingen. Aber meine entscheidenden Aktionen klappten nicht, mein Tackle-Wardancer verletzte sich nach Double Skulls, und so konnte ich den T8 Score nicht verhindern. Der One Turner scheiterte beim 4+ Dodge. In der 2. Hälfte lief es besser, die Dodges klappten und ich kam ungefährdet vor seine Endzone. Die Frage war jetzt: In T5/T6 scoren und versuchen, das Spiel zu gewinnen? Oder ein sicheres 1-1 runter stallen? Mit 8 Elfen und nur 1 Wardancer schien mir das Risiko größer, einen Touchdown zu fangen, als gegen einen soliden Coach den Ball zu erobern und selbst zu scoren. Rückblickend hätte es einiges ändern können, wenn ich diese Entscheidung anders getroffen hätte, aber ich rechnete mir in diesem Großturnier keine ernsthaften Siegchancen aus und wollte einfach einen soliden Score erzielen, daher war ich nach einer unglücklichen ersten Hälfte mit dem Unentschieden zufrieden.

Spiel 2 gegen Dennis the Menace (Halflings) 1-0

Man könnte denken, jeder freut sich, Halblinge zu ziehen, aber wenn er sich dann Morg und 2 Bäumen mit Block gegenübersieht und der Master Chef erst mal zwei Rerolls klaut, dann darf schon mal geschluckt werden. Fast jede Runde ein 3d Blitz mit Mighty Blow, und dazu noch Fouls, da können Woodies schon mal ganz schnell dezimiert werden. Nachdem Dennis mir den Ball gegeben hatte, entschied ich mich daher, T4 zu scoren, in der Hoffnung, ihm den Ball abzujagen und das Spiel zu entscheiden, ehe die Verluste zu hoch wurden. Beim darauffolgenden Kick-Off änderte das Wetter sich in Pouring Rain, was hätte interessant werden können, doch dann kam der Touckback und Morg hatte den Ball. Ich musste den Halfdice mit Strip Ball riskieren, bekam auch den Push, doch der Bounce wurde von einem Halbling gefangen, den Morg flugs in die Luft brachte. Selbige hielt ich an, doch der 4+ für die Landung ging daneben, sonst wäre es der Ausgleich gewesen. Ich hatte nun einen 4+ Pass und 4+ Catch (jeweils mit Skill Reroll) für das 2-0, doch das klappte ebenfalls nicht. In der zweiten Hälfte wurde es enger und enger für mich, nachdem Morg den Ball im ersten Versuch trotz Regen aufhob. Ich sah mich gezwungen, einen 1d-Block mit meinem Baum gegen einen seiner Block-Bäume zu riskieren, im nächsten Zug hätte ich sonst einen 2d gegen mich gehabt. Und siehe da, der Pow kam, und der andere Baum blieb trotz Timmm-ber! 4 Züge am Boden. Glück gehabt! Trotzdem wurde es mit am Ende noch 6 Elfen auf dem Feld echt eng, zumal Dennis meine Wardancers mit seinen Diving Tacklers markierte. Doch schließlich bekam ich erneut den -2d-Block auf Morg und den Push. Der Ball war frei, doch meine Wardancer hatten schon agiert, und ich musste mit einem ungeskillten Lineman den Ball aufheben. Dennis schaffte es, diesen umzuhauen, und am Ende scheiterte der Ausgleich nur an einem 4+ 2+ 2+ ohne Reroll. Es war ein hartes und langes Spiel, wir waren die letzten, die noch am Brett saßen, umgeben von vielen Zuschauern, die natürlich alle für die Halblinge die Daumen drückten, wer würde das nicht. Und so entging ich nur knapp der Blamage!

Spiel 3 gegen Claymore (Chaos Dwarves) 2-1

Mein dritter Gegner war Claymore aus Neuseeland mit Chaos Dwarves. Er hatte keinen Mino, dafür 12 Mann, 3 Rerolls und einen Apo. Zwei Blocker hatten Guard, ein Bull hatte Break Tackle. Nach einem tiefen Kick klappte die Ballaufnahme mit dem Bull nicht, daraufhin schickte ich ein paar Elfen nach vorn, was ihn zwang, sich weit zurück zu ziehen und mit einem Hobgoblin aufzuheben. Es gelang ihm, seine Position zu sichern, doch er hatte viel Zeit verloren und musste nun etwas riskiern, um nach vorne zu kommen. Snake Eyes beim Go For It mit einem Bull gaben mir den 2d auf den Ball, und als mein Wardancer den Bounce fing, war die Sache gelaufen. Das 1-0 in T8 war nur noch eine Formsache. Nach einer Perfect Defence wurde es dann aber in der 2. Hälfte noch mal spannend, jetzt war ich es, der sich weit zurück zog und dann versuchte, um seine Flanke herum zu kommen und meine Geschwindigkeit auszuspielen. Er baute mich aber gut ein, und nach einem 1d Blitz mit dem Wardancer brauchte ich zwei 2+ Dodges ohne Reroll, um meine Position hinter seinen Linien zu sichern. Mir schwante schon Übles… aber es klappte! Sein Versuch, mit einem 4+ in meinen Screen zu dodgen für einen letzten Blitz, scheiterte, und so konnte ich das 2-0 erzielen. Ihm gelang dann zwar T7 der Anschluss gegen nur noch 6 Elfen, doch es gab weder Riot noch Blitz!, und so blieb es dabei.

Am Abend konnte ich mich noch kurzfristig bei den Hamburgern und Berlinern einklinken, die Plätze in einem nahegelegenen Edel-Burger-Restaurant reserviert hatten. Als das Essen kam, merkte ich erst, wie hungrig ich war. Einige zogen dann noch weiter in die Altstadt (aka längste Theke der Welt), um sich dort mit den Jungs von Team England zu treffen, doch ich war müde und ließ den Abend nur noch kurz im Hostel an der Bar ausklingen.

Spiel 4 gegen siggi (Undead) 1-0

Mit einem Record von 2-1-0 war ich an Tisch 4 angekommen, wo siggi auf mich wartete. Er hatte keine Skills auf den Mumien, dafür auf allen 4 Ghoulen (2x Block, 1x Wrestle, 1x Sure Hands). Dazu kamen Tackle- und Guard-Wights, 12 Mann, 3 Rerolls. Er entschied sich, zuerst anzugreifen, und bewegte den Cage entlang der Seitenlinie, damit ich es mir zweimal überlegen sollte, hinein zu springen und vielleicht gesurft zu werden. Interessant wurde es dadurch, dass der Kick-Off auf einem Blodge-Ghoul gelandet war, der ihn fing, sodass Strip Ball möglich blieb. Ich musste letztendlich Kontakt und den Leap in den Cage riskieren, der Ball kam frei, aber landete in genug Tacklezonen, dass ich ihn nicht bekommen konnte. Ich konnte jedoch dem Surf entgehen, indem ich Dodge nicht einsetzte. Nach einigem hin und her gelang es mir in T7 doch noch, den Ball aufzuheben und an meinen Catcher in Touchdown-Reichweite zu passen. Doch siggi fand einen Chainpush, um seinen Ghoul in Reichweite zu bringen, und rettete so das 0-0 zur Pause. Das ganze Spiel über trieb ich ihn mit meiner perfekten Dodge-Bilanz zur Verzweiflung. Wie ich ihn bereits früh informierte, waren Snake Eyes leider aus, und so war es dann auch. In der zweiten Hälfte machten die Untoten kräftig Druck, und nach einem von mir schlecht geplanten Zug mit folgerichtigem Turnover gelang es ihnen, mich vor meiner eigenen Endzone einzukeilen. Ich hätte auf ein relativ sicheres Unentschieden spielen können, entschied mich aber, den 3+ Dodge mit dem Ballträger völlig ungedeckt zu riskieren, um meine Chance auf den Sieg zu wahren. Immerhin eine Chance von 8/9… ja ich weiß, famous last words, aber diesmal klappte es. siggi wollte ebenso wenig auf Unentschieden spielen und riskierte im nächsten Zug deutlich mehr, um an den Ball zu kommen, das klappte aber nicht und so konnte ich dann ungefährdet den Siegtreffer machen.

Spiel 5 gegen Kuei-Jin (Lizardmen) 1-1

„Hi, I’m Robin.“ – „Nice to meet you.“ – „Nice to meet you, too. Where are you from?“ – „Germany.“ – „Me too.“ – „Ah, dann könnwa ja auf Deutsch weiterreden.“ xD Nachdem das geklärt war, ging es gegen Lizards, eigentlich ein gutes Match-Up für Woodies, diese hier hatten aber als kleine Überraschung Helmut Wulf mitgebracht, und der machte das Spiel seines Lebens. Zunächst versteckte er sich hinter den 6 Block-Sauri und deckte den Skink-Ballträger, um dem Wardancer keinen 2d zu geben. Auch Kuei-Jin marschierte natürlich entlang der Seitenlinie vor, tried and true gegen Woodies. Ich ließ ihm den Score von Anfang an offen, aber er entschied sich für den Stall. Letztendlich musste ich den Leap riskieren, haute den Skink raus, und Helmut konnte meinen Wardancer im Gegenzug nur stunnen, ich kam aber nicht an den Ball. Nach einem guten Zug wurde ich übermütig und riskierte den -2d-Block mit einem ungeskillten Lineman gegen den Kroxigor, um diesen an meinen Baum zu schieben. Both Down kam, mein Lineman ging verletzt raus, kleine Fehler bestraft Nuffle sofort. Der Kroxi stand wieder auf, markierte zwei meiner Spieler und machte mir insgesamt das Leben schwer. Kuei-Jin nahm den Ball auf, wollte aber immer noch nicht scoren, sondern bot mir einen 2d-Blitz ohne Skills auf den Skink an. Der Pow kam, doch der Bounce ging nicht ins Aus, sondern dahin, wo die Echsen ihn wieder aufheben und schließlich T8 das 1-0 erzielen konnten. Na ja, wenigstens war Helmut jetzt raus. Ach ja, Argue The Call gab’s ja noch. Oh, eine 6. Na ja, er muss ihn ja für meinen T8 noch mal aufstellen. Und stellt ihn natürlich mit Stand Firm an die Line of Scrimmage. Und was würfelt er beim Kick-Off? Get the Ref! Da war das Bribe, das er brauchte. Na ja, nachdem mein One Turner gegen die Reihe aus Stand Firm, Saurus und Kroxigor nicht geklappt hatte, konnte ich Helmut wenigstens noch mal hauen, und er ging K.O. Kam aber wieder!

Also, 2. Hälfte, immer noch Helmut. Inzwischen war Twyllenimor mit seinen Menschen sicher im Finale, Purplegoo mit seinen Waldelfen hatte glaube ich Unentschieden gespielt, jedenfalls schlich er um unseren Tisch 3 herum, weil es von unserem Ergebnis abhing, wer der 2. Finalist sein würde: Bei einem Sieg ich, ansonsten er. Solange ich in Rückstand war, musste er sich jedoch keine Sorgen machen. Die Offence war nicht trivial, der Baum wurzelte zu früh, der Kroxi und Helmut blieben super nervig, und nachdem ein 1d Blitz gegen einen Block-Saurus nicht den benötigten Push brachte, steckte ich fest und musste den 3+ Leap riskieren, um mit einem einsamen Wardancer nach vorne zu laufen. Ich markierte alle bis auf einen Saurus, der mich blitzen konnte und prompt den Pow würfelte, doch die Rüstung hielt, und so konnte ich mir den Ball im nächsten Zug wieder schnappen. Jetzt war es erneut an Helmut, 3+ Dodge und 2x 3+ GFI (wir hatten Blizzard), um die Säge noch mal anzusetzen. Na ja, er ist ja Loner. Aber es klappt! Säge gegen AV7. Das war’s dann wohl. Kuei-Jin würfelt den Rüstungswurf: eine 3. Antiklimax. Ich score T7. Er hat noch einen 2-Turner, aber Helmut ist jetzt weg, es sind noch 2 Skinks übrig, und 2 Sauri auch in der Cas-Box. Ja, meine Woodies waren bashy unterwegs. Ich hätte mich wohl für einen Blitz! aufstellen sollen, statt tief zu stehen und das Unentschieden zu verteidigen, im Nachhinein betrachtet, immerhin ging es ums Finale. War aber egal, der Blitz! kam nicht, seine Ballaufnahme klappte nicht, und das war das.

Spiel 6 gegen peterd (Humans) 2-1

Zum Schluss ging es an Tisch 4 gegen peterd, gegen den ich schon auf dem HammaBowl letztes Jahr ein erinnerungswürdiges Match gespielt hatte. Humans sind nicht das schlechteste Team gegen Wood Elves, und so war es gar nicht so verwunderlich, dass neben Twyllenmors Finalisten ein weiteres Menschenteam weit vorne war. Peter hatte einen Block-Oger, 2x Guard, 1x Tackle und 1x Frenzy auf den Blitzern, zwei Linemen mit Dirty Player und ein Bribe. Der Ref war nicht sehr aufmerksam, und so ging seine Foul-Strategie lange gut, zwei meiner Spieler schickte er auf diese Weise in die Cas-Box und diverse in die K.O.-Box, an meinem Wrestle-Lino biss er sich jedoch derart die Zähne aus, dass es zu einem Running Gag wurde. Trotzdem musste ich gegen seine Offence am Ende mit 5 Elfen verteidigen. Ich riskierte Kontakt und 2 GFIs mit dem Baum, erzwang immerhin einen 3+ Dodge, der klappte aber, und so konnte Peter ungefährdet in T8 scoren. Und dann kam es: 5 von 5 K.O.s zurück! Mein One Turner ohne Reroll klappte zwar nicht, aber ich war zurück im Spiel. Purplegoo hatte inzwischen sein Dungeon-Match schon gewonnen und konnte chillen, ich musste noch eine Halbzeit spielen, hatte mir aber auch schon ein Bier gegönnt. Sowohl Peter als auch ich waren gelegentlich ein bisschen neben uns, 6 Matches in 2 Tagen sind halt schon hart. Wie soll das bloß beim World Cup werden?

Vielleicht lag es am Bier, aber ich wollte es in diesem Spiel noch mal wissen. Nachdem mein Baum den Tackler in die Cas-Box schickte, pushte ich zum Score und machte ihn in T4. Und wieder kamen 3 von 3 K.O.s zurück! Auch mein Baum machte ein super Spiel, er wurzelte nicht ein einziges Mal und half mir, die Bewegungsspielräume der Menschen einzuengen. Der Oger war nicht viel schlechter (ich glaube 1x Bone Head), aber nachdem er gegen meinen Wrestler (der schon wieder!) nur Both Downs bekam, war er am Boden und ich ging vollen Kontakt. Ein Leap und ein paar Dodges später war der Ball frei und die Menschen komplett zugestellt. Peter versuchte es noch, aber die Position war zu vertrackt, und so musste ich nur für den 2+ Pick-Up ohne Reroll noch mal die Luft anhalten, dann konnte ich das 2-1 markieren. In den letzten zwei Turns hatten meine Wardancers auch noch jeweils eine Cas verursacht, sodass ich am Ende nicht nur die Lizards, sondern auch die Menschen verprügelt hatte (11-7 Cas im Turnier!) Mit diesem Sieg wurde es noch mal spannend für das Ranking…

Ergebnis

Turniersieger war also Purplegoo, Runner-Up war Twyllenimor. Ich hatte gar nicht damit gerechnet, an Tisch 4 noch was reißen zu können, doch die anderen hatten für mich gespielt, hinter Purplegoo (11 Punkte) waren nur Banelord und ich mit jeweils 10 Punkten, und ich hatte den besseren Opponent Score als Tie-Breaker, vor allem, weil Claymore noch weit nach vorne gekommen war. Damit war ich im Ranking auf Platz 2 von 100 und hatte den League Title! Das 3. NAF-Turnier, das 3. Mal was gewonnen. Langsam wird es unheimlich. Spielmacher gewann die Verlosung und das großartige Khorne-Team. Aber wer will denn schon Khorne spielen, hust. Die anderen Preisträger könnt ihr bestimmt bald auf der Website nachschauen.

Sturmtief Eberhard machte uns dann bei der Abreise noch einige Probleme, alle Züge waren gestrichen, einige von uns schlugen sich dennoch mit einem Mietwagen durch und waren um 2 Uhr nachts in Hamburg. Ich entschied mich, lieber mein Zimmer in der JuHe zu verlängern und am nächsten Tag zurück zu fahren. Das ändert aber wenig daran, dass es ein rundum gelungenes Event war, top Location, top Orga, top Publikum. Ich komme wieder!

Der One Turn Touchdown

Wer auf hohem Niveau Blood Bowl spielen möchte, kommt nicht umhin, sich mit dem One Turn Touchdown zu befassen. Ab einem gewissen Punkt gehört dieser einfach zum Standard-Repertoire, d.h. man muss wissen, wie man ihn macht und wie man dagegen verteidigt.

Besonders für Skaven mit ihren MA9 Gutter Runners und Woodies mit ihren MA8 Sprint Catchers ist der One Turn Touchdown eine wichtige taktische Option, da sie jeweils nur zwei Chainpushes brauchen, um den Receiver in Reichweite zu bringen. Mit Side Step wird es noch einfacher. D.h. wenn der Defensive Drive mit Skaven oder Woodies nicht läuft, ist es meist empfehlenswert, den letzten Reroll für den One Turner aufzubewahren und einen Gutter Runner bzw. Catcher aus der Schusslinie zu halten. Und auch High Elves und Elven Union mit MA8 AG4 haben vernünftige Chancen auf einen One Turner, sobald der Catcher Dodge hat. Dies sind die primären Anwender der Taktik, doch auch Lizardmen, Humans, Dark Elves und Slann haben eine realistische Chance, in nur einem Zug zu scoren. Sogar bei Vampiren ist es schon beobachtet worden. Und mit ein paar +MA und +AG kann es jedes Team. Ich habe es Khemri tun sehen. Kein Scheiß!

Wie man ihn macht

Der Trick beim One Turn Touchdown ist es, durch Chainpushes den eigenen Receiver in Touchdown-Reichweite zu bringen. Manche Coaches haben sogar einen Natural One Turner, also einen Spieler mit MA10 und Sprint, der ohne einen einzigen Chainpush von der Line of Scrimmage in die Endzone laufen kann. Natural One Turners sind eine Pest, ich begreife nicht, warum man sie immer noch nicht abgeschafft hat. Glücklicherweise sind sie in NAF-Turnieren nicht anzutreffen. Also bleibt es bei den Chainpushes.

Außerdem muss man sich überlegen, wie man den Ball zum Receiver bekommt. Da ein One Turner eine menge Würfe im selben Zug bedeutet, sollte man nach Möglichkeit einen Spieler mit Sure Hands und Pass benutzen, um den Ball aufzuheben und zu werfen, jedenfalls wenn dieser AG4 hat.

Bei der Aufstellung gilt es, den Blitz und die Blocks sorgfältig zu planen. Grundsätzlich braucht man bei jedem Block bis auf den letzten einen Push, denn wenn der Gegner am Boden liegt, kann man ihn nicht weiter schieben, und bekanntlich steht es dem Gegner auch offen, einen eventuellen Dodge-Skill nicht einzusetzen, sodass Pow/Push nichts nützt. Daher sollte man wenn irgend möglich versuchen, 3d-Blocks zu bekommen, und auch das will vorher geplant sein.

Mit diesen Aufstellungen muss man sich einfach mal ein wenig beschäftigen und üben, man kann sich Tutorials anschauen (z.B. hier auf Fumbbl), aber man muss schon auch das Prinzip verstehen, um es je nach Aufstellung variieren zu können. Um Trockenübungen kommt man hier nicht herum. Einfach mal einen Nachmittag einplanen, Brett aufbauen (oder Fumbbl Test Mode öffnen), rumprobieren. Dann hat man es auch.

Je nachdem, wie gut der Gegner aufgestellt hat, muss man sich ggf. schon ganz schön anstrengen, 9 Leute um einen Side Stepper herum stellen o.ä. Besonders gegen Nurgle mit ihrer Disturbing Presence und Tentacles kann es schwer werden. Manchmal kann es daher sinnvoll sein, auf Quick Snap zu spekulieren und entsprechend aufzustellen, statt sich an der regulären Position die Zähne auszubeißen. Ich habe schon zweimal in Fumbbl Majors gegen Nurgle einen One Turner mit Quick Snap erzielt, weil ich genau darauf auch spekuliert hatte. Einer davon führte zu meinem coolsten Sieg überhaupt.

Wie man dagegen verteidigt

Die Standard-Aufstellung, wenn der Gegner nur noch einen Zug hat, sieht so aus:

Die Lücken zwischen den Spielern an der LoS erschweren es, genügend Chainpushes zu kriegen. Die Leute hinten bleiben außer Blitz-Reichweite. Wenn man genügend Tackle, Diving Tackle oder Tentacles hat, sollte man dieses gut verteilen.

Gegen Gegner, die eine gute Chance auf erfolgreiche Chainpushes haben (MA9, MA8 Sprint, MA8 Side Step), empfiehlt sich hingegen ein Set-Up, das die Chainpushes erschwert. Hier gibt es wiederum verschiedene Varianten, die effektivste ist die mit 3x Stand Firm, wenn der Gegner kein Juggernaut hat. Drei Side Stepper an der LoS sind gut, doch nicht 100% sicher, solange der Gegner 9 Leute drumherum stellen kann, also brauchen die drei im Zweifel Rückendeckung. Hier ein gutes Set-up, um die Chainspushes auch ohne Side Step oder Stand Firm zu erschweren und gleichzeitig die Dodges möglichst schwierig zu machen:

Dies setzt 11 Spieler voraus, hat man weniger, muss man flexibel sein.

Und was ist mit TTM?

Eine Sonderform des One Turn Touchdowns ist der Throw Team Mate (TTM), der jedem Team mit einem Big Guy und einem Spieler mit dem Right Stuff Skill offen steht. Auch hierauf muss man aufpassen, manche Orc-Spieler z.B. halten dafür extra einen Goblin in der Hinterhand. Allerdings stehen die Chancen mit einem normalen Troll und einem normalen Goblin nicht übermäßig gut. Schon anders sieht es aus, wenn man es mit Brick Farth und Grotty oder mit Puggy Baconbreath (generell AG4 Stunties) zu tun hat.

Der Big Guy muss relativ mittig an der LoS stehen, und dazu Spieler, um ihn frei zu blocken. Dahinter steht der Receiver. Im Backfield müssen genug Leute stehen, um möglichst jeden Kick aufheben und einen Hand Over machen zu können, da die Pass Action für den TTM benötigt wird.

Da der Big Guy mittig steht und ans äußerste Ende der Short Pass Reichweite werfen muss, um die Chance zu maximieren, nach den Scatters in Touchdown-Reichweite zu sein, sollte man sich zur Verteidigung auch genau dort aufstellen:

Ein gut platzierter Kick kann den TTM unmöglich machen, wenn sich der Ball nicht mehr per Hand Over zum Receiver bringen lässt. Und auch den “normalen” One Turner kann ein gut platzierter Kick ganz schön erschweren. Auf der anderen Seite kann ein Touchback die Sache viel leichter machen. Daher sollte man hier nicht zocken, sondern den Kick immer so platzieren, dass der Touchback vermieden wird. One Turner sind ein sehr guter Grund, den Kick-Skill zu nehmen!

10 Gründe, warum du verlierst

Häufig sind es viele Kleinigkeiten und natürlich auch die Würfel, die im Blood Bowl über Sieg und Niederlage entscheiden. Aber es gibt eine Reihe von klassischen Fehlern, die immer wieder auch erfahrenen Coaches unterlaufen und die nicht selten das Match kosten:

1. Du gibst auf

Wenn das Spiel nicht für dich läuft, hast du zwei Möglichkeiten: Du kannst das Spiel verloren geben, dann verlierst du auch ganz sicher. Oder du kannst konzentriert weiterspielen und nach Möglichkeiten suchen, dich im Spiel zu halten für den Fall, dass Nuffle dir doch noch zu Hilfe kommt. Und das passiert öfter, als du denkst.

2. Du kannst keine One Turner

Der One Turn Touchdown gehört zum Standardrepertoire. Wer sich mit ihm nicht beschäftigt, wird Spiele deswegen verlieren. Ich werde dazu demnächst noch einen eigenen Blogeintrag verfassen.

3. Dein Defensive Set-Up passt nicht zum Spielstand

Viele Coaches haben sich eine bestimmte Startaufstellung in der Defence angewöhnt, z.B. das “Schiffchen”, bei dem fünf Spieler vor dem ersten Blitz geschützt werden können. Sind jedoch nur noch wenige Züge (2-3) in einer Halbzeit zu spielen, ist dies fatal, da es dem Gegner Räume bietet, in die er vorstoßen kann, um einen schnellen Touchdown zu erzielen. In einer solchen Spielsituation benötigst du ein breiteres Set-Up, an dem der Gegner nicht so leicht vorbeikommt. Wenn du dafür zu wenig Leute hast, stell etwas tiefer auf, sodass du den Raum blockierst, in den er muss, um in TD-Reichweite zu kommen.

4. Dein Offensive Set-Up berücksichtigt keine Kick-Off-Events

Der nächste Blitz! kommt bestimmt. Normalerweise solltest du dich immer so gut wie möglich dagegen abschirmen, insbesondere gegen Agility Teams. Nur, wenn du bereits im Hintertreffen bist, musst du es vielleicht mal riskieren, den Blitz! zu vernachlässigen. Und auch andere Kick-Off-Events können das Spiel entscheiden. Im T8 solltest du immer so aufstellen, dass du von einem Riot profitieren kannst. Hat der Gegner sich mit 1 Feld Abstand zur LoS aufgestellt, solltest du wenn möglich so aufstellen, dass du bei Quick Snap zusätzliche Blocks bekommst. Und auch Perfect Defence solltest du im Hinterkopf haben.

5. Du hast passive Skills des Gegners übersehen

Immer wieder gut: Du machst den Dodge, und dann hatte der Gegner Diving Tackle (oder Prehensile Tale, oder gar Shadowing). Du machst den Pass oder Handover, und dann hatte der Gegner Disturbing Presence (oder gar Pass Block)  in Reichweite. Auch Side Step, Stand Firm oder Tentacles zu übersehen, kann fatale Folgen haben. Also aufgepasst!

6. Du hast die Absicherung vernachlässigt

Der Engländer spricht von “Overcommitting”. Du bekommst einen Blitz! oder eine Perfect Defence. Oder der Gegner erleidet einen Turnover. Oder du siehst eine Chance, einen Spieler zu surfen oder den Ballträger zu blitzen. Also wirfst du dein ganzes Team auf diese Gelegenheit, aber der Gegner windet sich irgendwie raus und du bist jetzt völlig nackig. Ein anderes Beispiel ist das langsame Team, das versucht, gegen ein schnelles Team auf der ganzen Breite der Pitch dicht zu machen, und dann kommt doch einer durch und ist dann außer Reichweite. Dafür (oder auch für TTMs) empfiehlt es sich in den meisten Fällen, einen Safety (mit Tackle oder Wrestle) zurückzuhalten. Es geht beim Positionsspiel nicht darum, wo der Ball jetzt ist, sondern darum, wo er nächste und übernächste Runde sein könnte!

7. Du hast dich festgeblockt

In Guides für Anfänger wird erklärt, wie man die Zahl der 2d-Blocks maximiert. Aber es gibt Spielsituationen, in denen genau das tödlich ist, weil dann am Ende nicht genug Spieler übrig sind, um den Ball zu bewegen und/oder abzuschirmen. Ich verwende recht häufig die Taktik, dem Gegner Blocks anzubieten, für die er erst einmal Assists heranschaffen muss, die er sich eigentlich nicht erlauben kann. Wenn er den Köder schluckt und meine Spieler die Blocks überstehen, ist er in Schwierigkeiten.

8. Du hast riskante Optionen zu schnell verworfen

Anfängern wird auch eingebläut, auf riskanten Unsinn zu verzichten und solide zu spielen, Risiken zu minimieren, etc. Was wir den Anfängern nicht erzählen, weil es sie nur verwirren würde, ist, dass der -2d Block zum Standardrepertoire gehört. Gleiches gilt für den 4+ oder sogar 5+ Wurf. Es kommt eben immer auf die Position und den Spielstand an. Eine weitere Option, die oft vergessen wird, ist der Punt (Pass in ein leeres Feld).

9. Du wurdest im Sideline Cage gesurft

Ein klassischer Sideline Cage mit drei Spielern ist ohne Side Step (oder Stand Firm) eine äußerst riskante Sache. Selbst mit Guard- oder Stärke-Vorteil kannst du leicht mit einem -2d Block gesurft werden. Der Elf macht den 5+ Dodge (sh. Punkt 8), der Stunty kann es sogar mit einem 3+ Dodge. Von Vampiren will ich gar nicht anfangen. Und selbst, wenn du das Feld direkt senkrecht zu deinem Ballträger besetzt hast, gibt es zumindest mit Leap, Stunty oder eben Hypnotic Gaze immer noch gute Möglichkeiten, den Ballträger zu surfen.

10. Du wählst immer “Receive”

Viele Coaches wählen grundsätzlich, wenn sie den Coin Toss gewinnen, den Kick-Off zu empfangen. Die Logik ist, dass es von Vorteil sei, als erster die LoS Blocks zu haben. Dies ist jedoch weit weniger zwingend, als du vielleicht denkst. Elfen und Skaven brauchen weniger Leute, um zu scoren, als um zu verteidigen. Außerdem brauchen sie, falls die Verteidigung nicht gelingt, so viele Leute wie möglich für den One Turner. Khemri haben Probleme in der Offence, für sie ist es leichter, den Gegner zu dezimieren, wenn sie sich nicht um den Ball sorgen müssen. Vampire und Slann sind gut darin, den Ball abzujagen, aber weniger gut darin, ihn zu halten. Für all diese Teams kann es von Vorteil sein, zu kicken, wenn sie die Wahl haben. Und also kann es auch für jeden, der gegen diese Teams spielt, von Vorteil sein, selbst zu kicken und ihnen das Spiel aufzuzwingen, das sie nicht haben wollen.

Turniere am Brett in der NAF

Man kann Blood Bowl heute sehr gut online spielen, aber am Brett ist es immer noch am Schönsten. Wer sich dabei national und international mit den besten der Zunft messen will, der muss zu den NAF-Turnieren. Die NAF gehört nicht Games Workshop, sondern wird von Fans organisiert, und sie setzt Maßstäbe. Hier findet man die größten TableTop-Turniere und die stärksten Spieler.

Um an einem NAF-Turnier teilnehmen zu können, muss man NAF-Mitglied sein. Der Mitgliedsbeitrag beträgt 5 Euro pro Jahr. Die Teilnahmegebühr des Turniers ist darin nicht enthalten, diese wird vom Veranstalter festgelegt. Der HammaBowl, ein mittelgroßes lokales Turnier hier in Hamburg, kostet z.B. 20 Euro, der DungeonBowl in Düsseldorf, das deutsche “Major”, 60 Euro, worin 2x Mittagessen enthalten ist.

Das Besondere an den Turnieren ist das Format: Instant Resurrection. Das bedeutet, die Teams werden nach jedem Spiel zurückgesetzt. Dies sorgt für maximale Chancengleichheit; wer in einem frühen Spiel Verletzungspech hat, wird nicht direkt aus dem gesamten Wettbewerb gekegelt. Üblicherweise stehen 1100k für den Kauf des Rosters zur Verfügung, und es können je nach lokalem Regelwerk eine Reihe von Skills verteilt werden. Manchmal kommen am zweiten Tag noch weitere Skills hinzu. Die Rosters und Skills müssen vor dem Turnier festgelegt werden.

Dieses Format bringt es mit sich, dass einige Rassen viel stärker sind als andere. Um dem entgegenzuwirken, sind die Rassen üblicherweise in Tiers unterteilt, wobei die unteren Tiers zusätzliche Skills und/oder Doubles und/oder mehr Gold und/oder Zugriff auf Inducements und Star Players erhalten. Trotzdem ist Tier 1 in der Regel am Stärksten, und innerhalb des Tier 1 haben sich vier Rassen statistisch als die effektivsten herauskristallisiert: Waldelfen, Untote, Echsenmenschen und Dunkelelfen. Diese wird man auf Turnieren überproportional antreffen, wobei es wohl auch unterschiedliche “Metas” von Land zu Land gibt (und natürlich auch immer ein paar Verrückte, die mit Stunties antreten).

Für eine Partie werden üblicherweise 2:15 h veranschlagt, was ein gewisses Spieltempo voraussetzt. Bei den meisten Turnieren werden 3 Partien pro Tag gespielt. Damit jeder Teilnehmer die volle Anzahl an Matches spielen kann, werden die Turniere im Schweizer System durchgeführt, d.h. nach der ersten Runde wird eine Tabelle aufgestellt, und nun spielt der erste gegen den zweiten, der dritte gegen den vierten usw. Dies wird jede Runde wiederholt, wobei allerdings niemand zweimal gegen denselben Gegner spielt. Wer dann am Ende oben steht, hat theoretisch gegen die stärksten Gegner bestanden. Üblich ist, dass auch die Tische entsprechend nummeriert sind, d.h. die Führenden spielen an Tisch 1, die dahinter an Tisch 2, usw. Normalerweise tritt jeder Coach für sich an, es gibt aber auch Teamwettbewerbe wie z.B. den German Team Bowl, in denen Squads aus mehreren Coaches gegeneinander antreten. Dabei darf jede Rasse pro Squad nur einmal vertreten sein.

Die Ergebnisse werden in die Datenbank der NAF-Seite aufgenommen, wo man sich auf der Coach Page eines Mitglieds dessen Turnierergebnisse und Rankings mit den verschiedenen Rassen ansehen kann. Neben klassischem Blood Bowl werden in der Datenbank auch Turniere in Dungeonbowl, Deathbowl, Sevens, Streetbowl und Online geführt. Die Rankings sind ebenfalls nach diesen Kategorien getrennt und lassen sich u.A. nach Nationen filtern. Leider ist die Seite recht langsam, aber es macht schon viel Spaß, hier zu stöbern.

Das größte Ereignis des NAF-Kalenders ist der World Cup, der alle vier Jahre ausgetragen wird, wobei das Gastgeberland wechselt. Das Turnier geht über drei Tage / neun Spiele und ist ein Teamwettbewerb mit 6-köpfigen Squads. Der letzte World Cup fand 2015 in Lucca (Italien) mit knapp 1000 Teilnehmern statt. Die Gastgeber waren auch die Sieger in Gestalt des Teams “Masters of Tilea”. Der nächste World Cup wird vom 3. bis 6. Oktober 2019 in Dornbirn (Österreich) ausgetragen. Eine Qualifikation ist nicht erforderlich, die Anmeldung steht jedem offen.

In Jahren, in denen kein World Cup stattfindet, haben wir den Eurobowl. Anders als beim World Cup gibt es beim Eurobowl tatsächlich Nationalmannschaften, d.h. es gibt ein offizielles Team Deutschland (Spitzname: “Ze Germans” oder “die Mannschaft”). Es handelt sich um 8-köpfige Squads, die jeweils in nationalen Auswahlverfahren bestimmt werden. Für alle, die nicht in den Kader kommen und trotzdem hinfahren wollen, findet parallel das EurOpen statt. Der diesjährige Eurobowl war in Cardiff (Wales). 22 Nationen traten an, Rekordmeister England siegte, Deutschland belegte in einem engen Feld den 10. Platz. Nächstes Jahr wird es wegen des World Cups keinen Eurobowl geben. 2020 ist Polen das Gastgeberland.

Ich habe bislang vier NAF-Online-Turniere (auf Fumbbl) und zwei “richtige” NAF-Turniere gespielt. Die Intensität von sechs Spielen in zwei Tagen, am Brett, Auge in Auge mit dem Gegner, ist noch mal eine ganz andere als online. Und das Coaching-Niveau an den vorderen Tischen ist durchaus nicht zu verachten. Ganz davon abgesehen, dass es einfach cool ist und sehr viel Spaß macht, all diese Blood-Bowl-Verrückten zu treffen. Ich kenne eine Reihe von Coaches, die sich nach längerer Online-Karriere in die TableTop-Welt hinaus gewagt haben, und alle von ihnen, mich eingeschlossen, waren sofort angefixt. Ich kann es jedem nur empfehlen!

Fumbbl Blackbox Trophy

Heute möchte ich über ein besonderes Blood-Bowl-Event berichten, das im Oktober in die zweite Saison geht: die Fumbbl Blackbox Trophy. Fumbbl ist bekanntlich eine Website, über die man kostenlos mit einem Java Client Blood Bowl spielen kann. Die Seite ist altbacken und unübersichtlich, verfügt aber über sehr viele Optionen, die größte Community dieser Art im Netz, und in den Ranked Divisions ein sehr hohes Coaching-Niveau. Es gibt vermutlich nirgends sonst so viele unterschiedliche Möglichkeiten, sich mit anderen Blood Bowlern zu messen:
  • Coach Rating ist ein Elo-Rating, das alle Spiele in den Ranked Divisions (Ranked und Blackbox) wertet, sozusagen eine Formkurve.
  • Die Official Tournaments sind eine Reihe von K.O.-Turnieren mit unterschiedlichen Zugangsvoraussetzungen und Preisen. Trophäen werden auf dem Coach-Profil vermerkt.
  • SR Ranking ist ein inoffizielles Ranking der Turnierspieler, das sich an der ATP-Weltrangliste orientiert.
  • Die NAF Online Tournaments sind eine Kooperation mit der weltgrößten Tabletop-Blood-Bowl-Organisation, der NAF. Die Turniere verwenden die Regelwerke ausgewählter Table-Top-Events. Für NAF-Mitglieder wird ein NAF-Online-Ranking nachgehalten.
  • Hinzu kommen zahlreiche Ligen, die jeder selbst organisieren kann, einige von ihnen groß und traditionsreich. Hier gibt es besonders viele Optionen (verschiedenen Varianten der Regeln oder auch Custom Rosters wie Secret League).
Aber der wohl härteste Wettbewerb, der momentan auf Fumbbl existiert, ist die Blackbox Trophy. Blackbox ist eine der beiden Ranked Divisions auf Fumbbl. Sie zeichnet sich durch zufallsbasiertes Matchmaking aus: Im Viertelstundentakt können Teams aktiviert werden, diese werden dann anderen Teams mit möglichst gleichem Team Value zugelost. Der Vorteil ist, dass es kein Cherrypicking gibt wie in Ranked, jeder muss auch gegen die härtesten Gegner ran. Der Nachteil ist, dass es ein Übergewicht an bashigen Rassen gibt (insb. Chaos, Nurgle, Chaos Dwarf, Dwarf, Orc) und dass Partien nur zustande kommen, wenn mindestens vier Coaches zur gleichen Zeit aktivieren. Vor gut einem Jahr drohte die Blackbox die kritische Masse an Coaches zu verlieren. Ein User, der sich JakeSteel nannte, schlug daher die Trophy vor (seinerzeit Steel Gauntlet genannt): Jeder Teilnehmer erstellt fünf Rookie-Teams. Die verfügbaren Roster richten sich nach einem Punktesystem, das die Coaches zwingt, auch schwächere oder weichere Rosters zu wählen. Fumbbl griff die Idee von offizieller Seite auf und implementierte sie auf der Seite. Die Sache wurde ein voller Erfolg, und manche behaupten, sie hätte die Blackbox gerettet. Zu den amüsanten Randnotizen gehört, dass JakeSteel selbst spurlos verschwand und nie ein einziges Spiel in der Trophy spielte. Die erste Saison begann im Oktober 2017 und endet am 30. September 2018, der Wettbewerb läuft also ein volles Jahr. Innerhalb dieses Jahres waren 200 (!) Spiele zu machen, 40 mit jedem der fünf Teams. Ein Teamwechsel war ausgeschlossen, egal wie viel Prügel das Team bezog. Um zu gewinnen, musste man also nicht nur jedes Spiel auf Sieg spielen, sondern dabei auch noch das Team entwickeln, und das in der Blackbox. Eine wahre Herkulesaufgabe. Auf der Trophy-Seite sind die Punktestände aufgeführt. Der französische Tabletop-Crack fxiii liegt nach 200 Spielen auf Platz 1, mit einer Siegesquote von unfassbaren 75 % (zur Erinnerung: mit lauter Tier-2-Rosters). Der amerikanische Fumbbl-Held happygrue schien lange ein ernsthafter Konkurrent, nach einer schlechten Serie mit seinen Slann hat er jetzt, nach 189 Spielen, aber nur noch Chancen auf Platz 2. Insgesamt finden sich an der Spitze einige der besten Blood-Bowl-Coaches der Welt. Für Normalsterbliche wie dich und mich geht es da wohl eher ums Dabeisein und um eine respektable Platzierung, als um den Sieg. Aber hey, du läufst ja einen Marathon auch nicht, weil du denkst, dass du Erster wirst. Die zweite Saison startet im Oktober. Das Regelwerk wird leicht modifiziert werden, wir warten noch auf die endgültige Ankündigung. Es sieht aber danach aus, dass die Zahl der Spiele von 200 auf irgendwas zwischen 120 und 150 reduziert wird. Wer sich also für einen brauchbaren Coach hält und auf der Suche nach einer echten Herausforderung ist: auf geht’s! Ich habe die erste Saison verpasst, aber diesmal bin ich am Start.

Vom Rookie zur Legende

Du bist Anfänger oder schlecht in Blood Bowl und möchtest das ändern? Sei gewarnt! Leicht wird das nicht. Du wirst eine Menge Blut, Schweiß und Tränen vergießen müssen. Dazu bist du bereit? Dann komm näher. Viele Wege führen nach Altdorf, dies ist der kürzeste, den ich kenne.

1. Registriere dich auf Fumbbl

Du wirst viel trainieren müssen, und online geht das schneller und einfacher als am Brett. Fumbbl ist kostenlos, der Client ist gut sortiert und nahezu bugfrei, und das Coaching-Niveau ist hoch. Die Seite ist etwas unübersichtlich und altbacken, und du brauchst Java, aber irgendwas ist ja immer. Lies dir die Site Rules durch, die meinen das ernst. Natürlich ist das alles auf Englisch, was dachtest du denn?

2. Lerne die Spielregeln und den Umgang mit dem Client

Hierfür erstellst du dir am besten ein Team in der League-Division. Aber keines von den vielen Custom Rosters, sondern ein offizielles Roster, bitteschön! Spiele entweder mit einem Freund, oder im 145 Club, bis du dich mit dem Client und den Spielregeln vertraut gemacht und keine Probleme mehr hast, das Turn-Time-Limit von 4 Minuten einzuhalten.

3. Fang an zu lesen

Für den Anfang: lies The Taouch of Blood Bowl und den Klassiker The Art of Blocking. Studiere sie, bis du sie verinnerlicht hast und wende sie in deinen Matches an, so gut du kannst.

4. Spring ins tiefe Wasser

Wähle für den Anfang 1 oder 2 Roster. Untote und Orcs sind hervorragend geeignet, aber letztendlich solltest du ein Team wählen, das dir gefällt. Vielleicht nicht gerade Slann, Vampire, Goblins, Halblinge oder Oger, die sind doch eher für Fortgeschrittene. Und dann: Auf geht’s in die Competitive Divisions! Fumbbl hat derer zwei, die jeweils ein eigenes Coach Ranking haben, und dazu gibt es noch ein kombiniertes Ranking. In Ranked suchst du dir deine Gegner über den Gamefinder. In Blackbox aktivierst du deine Teams im viertelstündlichen Draw und bekommst deinen Gegner zufällig zugewiesen. In beiden Fällen musst du ggf. etwas Geduld mitbringen.

  • Für beide Divisionen spielt das Team Value eine große Rolle beim Matchmaking, sodass man darauf achten sollte, dieses nicht unnötig aufzublähen.
  • In Ranked ist man entweder die Cherry oder der Cherrypicker, lass dir keine zu unfairen Match-Ups aufdrängen, aber nutze die Chance, gegen gute Coaches zu spielen. Auch wenn du verlierst, dabei lernst du am meisten.
  • In Blackbox wirst du überproportional viele Basher und Min-Maxer antreffen, also solltest du für den Anfang ein Team wählen, das sich zu wehren weiß.

5. Studiere gezielt ein Roster

Nachdem du ein paar Spiele in R oder B auf dem Buckel hast, entscheide dich für ein Roster, mit dem du beginnen möchtest. Es gibt eine Menge Strategy Guides für die einzelnen Roster, leider sind nicht alle gleich gut, aber auf bbtactics.com findet sich eine recht ordentliche Sammlung. Auch Fumbbl selbst hat zu allen offiziellen Rassen etwas in der Help Section, wichtiger ist jedoch, auf Fumbbl kannst du von den Besten lernen. Schau dir die Top List für das Roster deiner Wahl an, dort findest du die erfolgreichsten Coaches. Packe ein paar in deine Friend List, und wenn du dann später auf Current Games gehst, siehst du sie blau unterlegt und kannst speccen, wenn sie spielen. Ebenso kannst du dir ihre Teams ansehen, kannst vergleichen, wie sie die Teams entwickeln, und hast Zugriff auf die Replays ihrer Matches. Replays schauen geht schnell, und es hilft dir, ein Gefühl für die Spielanlage und die Positionen zu bekommen. Speccen dauert länger, aber du denkst intensiver über die einzelnen Züge nach und kannst parallel überlegen, was du selber machen würdest. Während der großen Turniere hast du auch die Chance auf erhellende Kommentare der anderen Zuschauer (aber Vorsicht: nicht jeder weiß, wovon er redet).

Nachdem du ein Roster verstanden hast, nimm dir das nächste vor. Du musst sicherlich nicht alle 24 Roster selbst spielen, aber eine gewisse Palette solltest du schon abdecken. Mindestens ein Team mit AG4, mindestens eins mit AG2, ein schnelles, ein langsames, eins mit Regeneration, eins mit Mutationen, eins mit Frenzy. Wenn du merkst, dass du gegen ein bestimmtes Roster besonders häufig verlierst und einfach kein Rezept dagegen findest – spiele es selbst! So lernst du seine Schwächen am besten kennen.

6. Spiele viel, und analysiere deine Fehler

Und wenn ich viel sage, meine ich viiiel. Erster Meilenstein sind 100 Spiele, doch bis du ernstlich gut bist, wird es vermutlich noch länger dauern. Tausende von Spielen, wie sie einige auf Fumbbl haben, braucht es aber nicht: du kannst effizient sein, indem du versuchst, dich von Spiel zu Spiel zu verbessern, statt die gleichen Fehler endlos zu wiederholen. Auch dazu kannst du die Funktionalität von Fumbbl nutzen: Schau dir nach jedem, einzelnen, verdammten, Spiel dein Replay an. Und pausiere es bei dem Zug, wo es für dich schief lief. Überlege, warum es schief gelaufen ist, und wie du es hättest besser machen können. Du kannst nicht alles auf einmal lernen: Nimm dir immer eine konkrete Sache zur Zeit vor, die du besser machen willst. Anfangs werden es einfache Dinge sein, wie, deine besten Spieler nicht in die erste Reihe zu stellen, oder dich nicht Surfen zu lassen. Später kann es dann um subtilere Dinge gehen, wie, gegnerische Chainpush-Möglichkeiten vorauszusehen und zu verhindern.

7. Such dir Wettbewerbe, die dich motivieren

Auf Fumbbl gibt es eine Reihe von verschiedenen Wettbewerben, und daran teilzunehmen und erste Erfolge zu erzielen, kann zu gegebener Zeit eine dringend benötigte Motivationsspritze sein. Außerdem spielt man noch mal anders, wenn es “um was geht”. Die offiziellen Turniere sind für Teams aus Ranked und Blackbox, in der Regel K.O.-Formate mit Overtime. Die NAF Online Tournaments entsprechen dem Format der typischen Table-Top-Turniere, also non-progression / instant resurrection, und Swiss-Format. In beiden ist die Konkurrenz hart, aber so soll es ja auch sein. Wenn du lieber eine fortlaufende Liga hättest, gibt es in der League-Division einige mit anständigem Niveau, besonders sei auf die deutschsprachige D-A-CH hingewiesen.Und, auch wenn online praktisch ist, am meisten Spaß macht Blood Bowl immer noch am Brett. Wenn also ein NAF-Turnier in deiner Nähe stattfindet, nichts wie hin!

8. Tausche dich mit anderen Coaches aus

Die meisten Coaches auf Fumbbl sind nett und hilfsbereit, Ausnahmen bestätigen die Regel. Du kannst während des Spiels chatten – nutze das, dann macht es auch mehr Spaß. Ebenso kannst du im Forum posten, oder dich per PN mit anderen Coaches austauschen. Sei freundlich und offen, dann wirst du auch leichter Spiele in Ranked finden. Außerdem ist der Dialog mit anderen gut für die Motivation und das Spielverständnis. Möglicherweise kannst du sogar die Academy in Anspruch nehmen, sie existiert offiziell noch, die Gruppenseite ist allerdings veraltet und einige der “Instructors” sind schon lange nicht mehr aktiv.

9. Verbessere gezielt dein Spielverständnis

Blood Bowl ist ein komplexes Spiel mit einer hohen taktischen Tiefe. Es lässt sich nicht auf einmal erfassen, daher musst du abschichten, und dabei immer weiter spielen, spielen, spielen.

Erster Schritt: Skills und Teamentwicklung

Wenn dein Team schlecht zusammengestellt oder schlecht geskillt ist, kämpfst du mit stumpfen Waffen, also lerne, wie ein guter Build aussieht. Auf Fumbbl ist dies durch Nachahmung schnell zu machen. Du kannst dir auch jederzeit Rat im Forum holen, solltest allerdings darauf achten, von wem der Rat kommt. Versuche nicht originell zu sein, versuche effektiv zu sein. Block oder Wrestle, Tackle, Dodge, Guard, Mighty Blow. Im Zweifel den Big Guy weglassen. Je weiter du die nächsten Schritte meisters, desto mehr wirst du dann in der Lage sein, deine Team-Building-Strategie zu verfeinern und zu individualisieren.

Zweiter Schritt: Wahrscheinlichkeiten und Zug-Optimierung

Du wirst nicht umhin kommen, die Erfolgswahrscheinlichkeiten deiner Züge zu berechnen, oder zumindest einigermaßen gut abzuschätzen. Während des Spiels fehlt dir die Zeit, also musst du dich vorher damit befassen, ob anhand von Replays oder abstrakten Beispielen. Zum Glück gibt es ein ganz hervorragendes Tool, das dir dabei helfen kann. Wenn du es oft genug benutzt hast, wirst du irgendwann das nötige Bauchgefühl entwickeln. Mit diesem gewappnet, kannst du daran gehen, deine Züge zu optimieren, die Reihenfolge deiner Aktionen so zu wählen, dass die Chance eines Turnovers minimiert und die Ausbeute maximiert wird. Und du kannst Special Plays lernen, insbesondere den unverzichtbaren One Turner.

Dritter Schritt: Positioning und Risk-Reward-Ratio

Positioning hat sehr viel damit zu tun, den nächsten Zug deines Gegners zu antizipieren und die Pitch zu kontrollieren. Es bedeutet aber auch, eine Position lesen zu können und die einzelnen Wahrscheinlichkeiten daher in ein Gesamtbild einzuordnen. Dies ist der schwerste Schritt, die größte Hürde. Jeder Coach hat damit eine Weile zu kämpfen. Vor allem, nachdem er den zweiten Schritt gemeistert hat. Denn wer den zweiten Schritt gemeistert hat, der weiß bereits, dass er Risiken vermeiden sollte. Aber er hat noch kein Konzept, das darüber hinausgeht, und daher werden seine Ergebnisse für eine Weile sogar schlechter als vorher sein. Ihm fehlt noch das Gefühl dafür, wann die Position ein Risiko erfordert bzw. ermöglicht. Den Zug mit einem 1d-Block zu beginnen, weil man sonst Gefahr läuft, sich festzublocken. Den 5+ Dodge zu wagen, weil bei einem Erfolg (immerhin grob 50/50 Chance mit Reroll) eine gute Möglichkeit besteht, den Ball zu erobern, und ein Misserfolg die eigene Position nicht allzu sehr schwächt. Hier ist Erfahrung durch nichts zu ersetzen, und man lernt es nicht, indem man gegen schwache Gegner spielt. Also immer ran an die Super Stars und Legends! Und wenn man sie nett fragt, geben viele von ihnen auch bereitwillig Tipps.

Vierter Schritt: Game Plan

Wenn man es geschafft hat, einen einzelnen Zug (halbwegs) im Griff zu haben, dann ist der nächste und letzte Schritt, das gesamte Match im Griff zu haben. Also wo will ich in drei Zügen sein, wo will der Gegner sein, wo will der Gegner mich hin haben, wo will ich ihn hin haben und wie stelle ich das an? Wann will ich scoren? Sollte ich versuchen, seinen Score zu verhindern, zu forcieren, oder sollte ich beides für diesen Drive vergessen und einfach nur mein Team retten bzw. seins kaputt machen? Natürlich macht man sich über solche Dinge von Anfang an Gedanken, aber in dem Moment, wo man den dritten Schritt gemeistert hat, ist man erst in der Lage, seine Strategie, den Game Plan, im eigenen Zug wirklich umzusetzen, und die Position so zu lesen, dass man weiß, wann der Game Plan geändert werden muss. Wenn du an diesem Punkt bist, kannst du von der Erkenntnis, dass es ein Match mit Overtime ist, oder dass dir ein Unentschieden reicht, dem Gegner aber nicht, ernsthaft sinnvoll eine taktische Entscheidung im dritten Zug der ersten Hälfte ableiten. Glückwunsch! Du kannst jetzt vernünftig Blood Bowl spielen.

Blood Bowl Faustregeln

Diese Faustregeln sind vor allem als Hilfestellung für Anfänger gedacht. Ganz falsch liegst du jedenfalls nicht, wenn du dich nach ihnen richtest. Doch jeder halbwegs brauchbare Coach weiß, dass es von jeder dieser Regeln reichlich Ausnahmen gibt. Also: Mit Vorsicht genießen!

Timing

  • Versuche, in deinem eigenen Drive im 8. Zug den Touchdown zu machen.
  • Wenn du den gegnerischen Touchdown nicht mehr verhindern kannst, versuche, ihn zu beschleunigen.

Position

  • Lass alle aufstehen und schirme den Ball ab, bevor du irgendwas würfelst.
  • Wenn du kickst, stell deine 3 billigsten Spieler an die Line of Scrimmage und alle anderen mit mindestens 2 Feldern Abstand.
  • Stell dich niemals an die Seitenlinie (und pass auf Frenzy auf).
  • Decke wenn möglich gegnerische Spieler, die am Boden liegen (aber pass auf Jump Up auf).
  • Achte darauf, in deinem 7. Zug immer einen Spieler in Touchdown-Reichweite zu haben.
  • Der beste Screen ist ein doppelter Screen mit 2 Feldern Abstand zwischen den Spielern.
  • Der Ballträger gehört in einen Cage, 3×3 Felder, 4 Spieler 4 Ecken, sobald ein Risiko besteht, dass der Gegner in die Nähe kommen könnte.
  • Stelle nach deinem Score im 8. Zug folgendermaßen auf:

Blocken und Würfeln

  • Vermeide 1d-Blocks und Würfe auf 3+ (oder Schlimmeres). Wenn du sie machst, dann immer am Ende deines Zuges.
  • Blocke zuerst mit Spielern, die Block oder Wrestle haben, und danach mit den anderen.
  • Rücke nicht nach, wenn du dadurch neben einem gegnerischen Spieler landest, der dich in seinem Zug blocken kann.
  • Blitze mit deinem härtesten Hitter auf das verwundbarste Ziel.

Im Zweifel…

  • …den Go For It bleiben lassen.
  • …noch abwarten.
  • …den Reroll nicht nehmen.
  • …den Spieler nicht auf den Ball schubsen.
  • …den Big Guy nicht benutzen, sondern einfach stehen lassen.
  • …den 3+ Dodge bleiben lassen.
  • …den Side Stepper nicht blocken/blitzen.
  • …im 8. Zug keine Star Player Points farmen, sondern einfach den Punkt machen.
  • …den Go For It bleiben lassen.

Wenn du…

  • …einen Kicker hast, kicke tief gegen langsame Teams, flach gegen schnelle Teams. Sind nur noch 1-2 Züge übrig, kicke immer tief. Und denk dran, den Kicker nicht in die Wide Zone zu stellen.
  • …keinen Kicker hast, kicke immer mittig.
  • …mit einem Big Guy blockst, mach einen 3d-Block draus.
  • …beim Gegner eine Kettensäge siehst: Hau sie um.
  • …beim Gegner einen Bomber siehst: Nimm ihn in Manndeckung.
  • …beim Gegner einen Spieler mit Sprint und MA10 siehst: Töte ihn um jeden Preis!